Alkohol und Abriss – Powerpunk-Trio Tekknobier will aufmischen Musik | 20.06.2026 | Till Neumann
Passen in keine Schublade: Tekknobier
Seit zwei Jahren machen drei Musiker gemeinsame Sache – mit einem ulkigen Namen: Tekknobier. Sie sagen, Techno passt nicht zu Bier – und ihre Musik in kaum eine Schublade. Ihr Debütalbum ist trotzdem erschienen.
Was klingt wie ein ekstatischer Exzess, besteht aus drei Musikern: Saxophonist und Sänger Thorsten Mozer, Schlagzeuger Christoph Düpper und Gitarrist Simon Weber. Letzterer wohnt in Bern, die anderen in Freiburg.
Gegründet haben sie sich bei einer Zugfahrt nach Frankfurt. Dort spielte die Post-Punk-Band Idles. Die drei merkten: Sie passen gut zusammen. Trotz ihres Namens sagen sie: „Bier passt überhaupt nicht zu Tekkno – so wie Tekknobier nicht richtig in die Punk-Schublade passt und deswegen erst recht Punk ist.“
Düpper erzählt weiter: „Es gibt die Geschichte aus den Wiener Zeiten von Thorsten, als ein Mitmusiker sicher nicht ganz nüchtern ein Redbull in ein Bier kippte und dann lauthals verkündete, dass er damit das Tekknobier erfunden habe.“
Das Trio mischt Elektro, Punk, Rap und harten Indie. Neben den Live-Elementen kommen Bass und viele Lead-Sounds vom Synthesizer. Seit Mitte Mai ist ihr erstes Album „Kündigen“ da. Den Sound der elf Songs beschreiben sie als unkonventionell, immer laut, immer tanzbar. „Die Texte lassen die Blase aus Wohlstandsverwahrlosung und Hyper-Hedonismus platzen – mit klarer Haltung, offenen Armen und dem unerschütterlichen Glauben an Lärm und Liebe“, so das Trio.
Der wütende Opener heißt „Champagnerpunk“: Das klingt nach dröhnendem Klanggewitter und wild umherspritzendem Edelwein. „Der Champagnerpunk wird beim Blick in den Spiegel sichtbar nach einem ohne wirklichen Grund durchgefeierten Abend im einer völlig überteuerten Gastro“, erklärt Düpper. Der Champagnerpunk lebe und leide gleichzeitig unter dem alltäglichen Verrat seiner Ideale. Bubbles & Burger statt Revolution. „Das Vergessen durch den Rausch ist einfacher, als endlich was zu ändern.“
Der Live-Auftakt ist der Band offenbar geglückt: Sie berichten von ausverkauften Debütshows im Kohi (Karlsruhe) und Swamp (Freiburg). Wie es dabei zugeht? „Laut, hoch energetisch und schweißtreibend“, erklärt Düpper. „Wir liefern keine klassische Punkrock-Show, sondern einen unkonventionellen musikalischen Riot mit gut gelauntem Ausgang.“
Das nächste Date: am 25. Juni im Freiburger Club Elpi.
Foto: © Tekknobier










