Durch Welten und Zeiten – Entdeckungen in den Museen der REGIO Special for Homepage | 05.01.2026 | Marianne Ambs & Erika Weisser

Bild von Kind in Ausstellung

Wer alle Ausstellungen unseres Museumsführers besuchen will, der sollte gleich damit anfangen. Es lohnt sich, denn die Ausstellungs­macher in der REGIO waren kreativ: Entdecken Sie lange verschollene Schätze, preisgekrönte Fotografien und Kunst, die tanzt.

Museums-PASS-Musées

Museums-PASS-Musées

Kultur ohne Grenzen

Es ist das größte Museum der Welt: Mehr als 350 Museen, Schlösser und Gärten stehen allen offen, die sich den Museums-Pass besorgen. Egal ob in Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Straßburg oder Basel, überall ­locken Einblicke in die Antike, ins Mittelalter oder in die Neuzeit, faszinierende Technik- und Freilichtmuseen. Auch Familien kommen nicht zu kurz: bis zu 5 Kinder unter 18 Jahren dürfen gratis mit ins Museum. Der Museums-Pass eignet sich auch als Geschenk: für ein ganzes Jahr Kultur ohne Grenzen.

Museums-PASS-Musées
Trinationaler Museumspass
Deutschland, Frankreich, Schweiz
museumspass.com

Foto: © Museums-PASS-Musées

Hans-Thoma-Kunstmuseum, Bernau im Schwarzwald

Hans-Thoma-Kunstmuseum, Bernau im Schwarzwald Gemälde

Hände sind Spiegel der Seele

Felicitas Mathé ist in einer Arzt- und ­Musikerfamilie in Waldshut-Tiengen aufgewachsen. Nach ­ihrer Karriere als Konzertgeigerin hat sie sich der Malerei verschrieben und beide Seiten ­ihres Könnens zusammengeführt. Eine ­Auswahl ihrer Arbeiten stellt sie im Hans-­Thoma-Kunstmuseum aus. Felicitas Mathé lässt sich von musizierenden und tanzenden Menschen inspirieren. Und von den Händen als Spiegel der Seele. Neben der Musik verarbeitet sie Naturerlebnisse, transformiert in moderne Bildsprache.

Felicitas Mathé: Wurzeln im Süden – Zuhause im Norden
Bis 18. Januar 2026
Innerlehen, Rathausstraße 18
79827 Bernau im Schwarzwald
Mi.–Fr. 10.30–12 Uhr und 14 – 17 Uhr
Sa. & So. 11.30–17 Uhr
24., 25. & 31.12.2025 geschlossen
hans-thoma-museum.de

Foto: © F. Mathé

Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen

Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen, Gitarre

Zwischen Klang und Raum

Diese Werke entziehen sich der klassischen Einteilung in Bildende Kunst, Musik oder Architektur und beanspruchen stattdessen eine neue ästhetische Zone: eine Zone, in der das Plastische klingt und das Klangliche Form annimmt. Gibt es künstlerische Formen, die zwischen Klang und Raum navigieren? Lässt sich das Klang­liche als Raum, das Räumliche als Klang erfahren? Fragen, denen die von Dr. ­Alejandro Perdomo Daniels ­kuratierte Ausstellung nachspürt.

Der Klang der Plastik als Gesellschaft
Bis 18. Januar 2026
Friedrich-Ebert-Straße 35
78054 Villingen-Schwenningen
Di.–So. 13–18 Uhr & Do. 13–20 Uhr
Geschlossen am 24. & 31.12.2025 und am 1.1.2026
galerie.villingen-schwenningen.de

Foto: © Naama Tsabar, Melody of Certain Demage # 9, 2018. Foto Carolina Bonfanti

Schwarzwälder Skimuseum, Hinterzarten

Schwarzwälder Skimuseum, Hinterzarten, Schnee

Imaginäre Landschaften

Leo Sztatecsny ist Landschaftsarchitekt – und Künstler. Wer seine Bilder und Objekte betrachtet, entdeckt eine Symbiose beider Metiers: gemalte Satellitenbilder als imaginäre Landschaftsentwürfe, die der Beziehung zwischen Mensch und Natur nachspüren; zudem Bildmotive aus dem Hochgebirge, dessen Atmosphäre der Bergsteiger und Skifahrer einfangen will.

Leo Sztatecsny: Zwischen Himmel und Erde
Bis 25. April 2026
Im Hugenhof, 79856 Hinterzarten
Di., Mi. & Fr. 14–17 Uhr, Sa., So. & Feiertage
12–17 Uhr, 24.12.2025 geschlossen.
Jeden 2. und 4. Sa. im Monat, 15 Uhr: offene ­Führungen (ohne Anmeldung)
schwarzwaelder-skimuseum.de

Foto: © Leo Sztatecsny

Markgräfler Museum, Müllheim

Markgräfler Museum, Müllheim

Drahtige Gebilde

Die schwarze Linie prägt die künstlerische Handschrift von Gabriela Morschett. Ihre Drahtobjekte sind aus verschieden dicken, schwarzgeglühten Eisendrähten gefertigt. „Verknüpfungen“ ist der Titel der großen Wandarbeit, die im Treppenhaus den Auftakt zur Ausstellung setzt. Auch die Grafiken der Künstlerin, Preisträgerin des Markgräfler Kunstpreises, brauchen Platz, den ihr das Museum bietet. So kann sie an der Wand des Tanzsaals ihren zehn Meter langen Zeichnungs-Fries „Mit dem Wind reisen“ aus 2013 zeigen. Erst einmal war er bisher zu sehen.

Gabriela Morschett. Denken
Bis 1. Februar 2026
Blankenhorn-­Palais, Wilhelmstraße 7
79379 Müllheim i. M.
Mi.–Sa. 14–18 Uhr, So. 11–18 Uhr Künstlergespräch: So. 18. Januar 2026, 16 Uhr, mit ­Gabriela ­Morschett, Andreas Weiß und Dr. Heike Piehler, o. Anmeldung
markgraefler-museum.de

Foto: © Wolfgang Selbach

Museum im Ritterhaus Offenburg

Museum im Ritterhaus Offenburg, Mutter und Kind

Bilder aus der Schattenwelt

Bei der Eröffnung hat die Sonderausstellung für Aufsehen gesorgt. Denn sie nähert sich Themen an, die oft im Verborgenen bleiben: Prostitution und Sexkauf. Die in der Prostitution tätigen Frauen sind täglich damit konfrontiert, ihre wahre Identität zu verbergen. Der Fotograf Hyp Yerlikaya hat Frauen zusammen mit der Beratungsstelle Amalie aus Mannheim mit der Kamera begleitet, um ihre Lebensrealitäten sichtbar zu machen.

Gesichtslos – Frauen in der Prostitution
Bis 22. März 2026
Ritterstraße 10 (Eingang Gerichtsstraße)
77652 Offenburg
Di.–So. 10–17 Uhr, 1. Do.
im Monat: 10–22 Uhr
Führung für Erwachsene:
So., 11. Januar 2026, 15 Uhr
museum-offenburg.de

Foto: © Hyp Yerlikaya

Museum für Stadtgeschichte Breisach

Museum für Stadtgeschichte Breisach, Modell Rheintor

4000 Jahre Geschichte erleben

Es ist das eindrücklichste Tor in der Festungsarchitektur des französischen Baumeisters Vauban: das reich gestaltete Breisacher Rheintor. Hier können Besucherinnen und Besucher seiner Baukunst nachspüren und Exponate aus der über 4000-jährigen Siedlungs- und Stadtgeschichte der Europastadt Breisach entdecken. Denn im Rheintor ist das städtische Museum untergebracht. Herausragend sind die Modelle der ehemaligen Festungsstadt des 17. und 18. Jahrhunderts. Zudem gibt es thematisch wechselnde Ausstellungen.

Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Breisach
Rheintorplatz 1, 79206 Breisach
Di.–Fr. 14
–17 Uhr, Sa., So. & Feiertage
11.30–17 Uhr. Führungen für Gruppen und Schulklassen durch die Dauerausstellung und zu besonderen Themen auf Anfrage
breisach.de

Foto: © Stadt Breisach

Museum LA8, Baden-Baden

Farbe als kultureller Ausdruck

„Auf meiner ständigen Suche nach Schönheit fiel mir immer wieder eines ins Auge: die Farben“, sagt Jaime Ocampo-Rangel. Die Farben fallen auch den Besuchern des Baden-Badener Museums LA8 ins Auge, das dem weitgereisten kolumbianischen Fotografen derzeit eine sehr sehenswerte Ausstellung widmet. Unter dem Titel „Memory of Colors“ zeigt der 65-Jährige eindrückliche Porträts von Menschen aus indigenen Gemeinschaften, die durch Eroberung, Kolonialisierung oder Staatsgründungen zu Fremden im eigenen Land wurden. Dazu gehören auch die Dong, eine der 56 offiziell anerkannten ethnischen Minderheiten Chinas. Ocampo-­Rangel hat einen zu dieser Ethnie gehörenden kleinen Jungen porträtiert – und dokumentiert mit diesem und seinen anderen Fotos eine weltweite kulturelle Vielfalt, die es dringend zu bewahren gilt.

Memory of Colors
Bis 8. März 2026
Lichtentaler Allee 8, 76530 Baden-Baden
Di.–So. & Feiertage 11–18 Uhr
geschlossen: 24. & 31.12.2025
la8.de

Historisches Museum Basel

Historisches Museum Basel, Münzen

Rätselhafte Boden-Schätze

Auf die Spur spektakulärer Schatzfunde in der REGIO begibt sich das Historische Museum Basel. Präsentiert werden große Mengen von Gold, Silber und anderen wertvollen Materialien, die in den letzten 150 Jahren in der Nordschweiz, dem Elsass und Südbaden zutage gefördert wurden. Ein römischer Silberschatz ist darunter, außerdem Goldschmuck, mit dem einst keltische Götterstatuen ausgestattet wurden. Aber auch Kirchen­glocken und ein Batzen Falschgeld, dessen Ur­sprung bis heute rätselhaft ist. Der älteste Schatz wurde vor über 3500 Jahren im Boden versenkt, der jüngste vor 35 Jahren. Als Zeugen vergangener Zeiten erzählen die Funde von Reichtum und Diebesmühen, von Kriegen und Fluchten – und von persönlichen Schicksalen, die eng mit der Geschichte des Dreiländerecks verwoben sind.

Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt
Bis 28. Juni 2026
Barfüsserkirche, Barfüsserplatz 7
CH-4051 Basel
Di.–So. 10–17 Uhr; geschlossen:
24. & 25.12.2025 & 23.2.2026
hmb.ch/museen/barfuesserkirche

Foto: © Historisches Museum Basel

Museum der Kulturen, Basel 

Historisches Museum Basel, Masken

Letzte Begleitung

Die aktuelle Ausstellung im Museum der Kulturen Basel zeigt, wie sich Gesellschaften den Weg vom Diesseits ins Jenseits vorstellen und was dafür gebraucht wird. Jede Gesellschaft, Religion und jeder Mensch hat eigene Vorstellungen, wie man sich auf das Ende des Lebens vorbereitet, wie ein Verstorbener auf den richtigen, diesen Vorstellungen entsprechenden Weg gelangt. Diese Vielfalt spiegelt sich in den rund 250 Exponaten aus aller Welt.

Der Weg ins Jenseits
Bis 26. April 2026
Münsterplatz 20, CH-4051 Basel
Di.–So. 10–17 Uhr; geschlossen:
24. & 31.12.2025, 1.1. & 23.–25.2.2026
museum.bl.ch

Foto: © Museum der Kulturen Basel

Museum BL, Liestal

Museum BL, Liestal

Ein zweites Leben

Eine Ausstellung, die Schule machen sollte – gerade in den anhaltenden Zeiten des schnellen Konsums und des noch schnelleren Wegwerfens: Wer „Fix it!“ besucht, taucht ein in die Kulturgeschichte des Reparierens und bekommt Raum und Zeit, um selbst auszuprobieren, wie es sich anfühlt, nicht mehr funktionierenden oder beschädigten Alltagsgegenständen ein zweites Leben zu schenken. Etwa einer Socke, die man stopft. Oder einem Kleidungsstück, das mit Anleitung und Geschick zu einem ganz besonderen Unikat wird. Professionelle Reparateure wie Schneiderin, Steinmetz oder Holzverarbeiter stehen mit Rat und Tat zur Seite beim Erkunden von Werkzeugen, Materialien und Sanierungstechniken, mit denen etwa eine Lampe wieder zum Leuchten oder ein Stuhl wieder zum Stehen gebracht werden kann.

Fix it! Vom Glück des Reparierens
Bis 30. August 2026
Zeughausplatz 28, CH-4410 Liestal
Di.–Fr. 9–16 Uhr, Sa./So. 10–17 Uhr; geschl.: 24.–26. & 31.12.2025; 1.1. & 22.2.–1.3.2026
museum.bl.ch

Foto: © Georgios Kefalas, Museum.Bl

Naturhistorisches Museum, Basel

Naturhistorisches Museum, Basel, Flamingo

Natur als Fotomodell

Das Naturhistorische Museum in Basel ist immer einen Besuch wert. Die verschiedenen und umfassenden Dauerausstellungen machen unter dem Begriff „Archive des Lebens“ in großer Themenvielfalt die evolutionäre Entwicklung der Erde, ihrer Geologie und ihrer Bewohner ­erlebbar – für Jung und Alt. In Sonderausstellungen werden zudem spannende aktuelle Natur­themen ins Visier genommen. Buchstäblich gilt das für die aktuelle Sonderschau: Bis 28. Juni 2026 präsentiert das Museum exklusiv in der Schweiz die 100 besten Fotografien des welt­berühmten jährlichen Wettbewerbs „Wildlife Photographer of the Year“. Leana Kusters „Pink Flamingo“ gehört zwar nicht zu den Gewinnern, ist aber dennoch in der Ausstellung zu sehen. Die Jury lobte das Bild der 17-Jährigen Schülerin als besonders gelungen – die Schweizerin zählt damit zu den besten Jungfotograf·innen weltweit. Den Flamingo beobachtete und fotografierte sie während eines Familienurlaubs in Südfrankreich.

Wildlife Photographer of the Year
Bis 28. Juni 2026
Augustinergasse 2, CH-4051 Basel
Di.–So. & Feiertage 10–17 Uhr
geschlossen: 24.12.2025 & 23.2.2026
nmbs.ch

Foto: © Leana Kuster

Fondation François Schneider, Wattwiller

Fondation François Schneider, Wattwiller

Talentierte Transformationen

Die Fondation François Schneider in Watt­willer richtet jedes Jahr einen Wettbewerb zur Förderung junger Kunstschaffender aus: „Talents Contemporains“. Dabei werden die künstlerisch anspruchsvollen Arbeiten, die das vorgegebene Thema am überzeugendsten umsetzen, ausgewählt und für je 15.000 Euro Preisgeld in die Sammlung aufgenommen. Bei der schon zum 13. Mal realisierten Auswahl kamen sieben Künstler·innen zum Zuge; ihre ganz unterschiedlichen und erstaunlich vielseitigen Werke zum Thema „Metamorphose“ sind bis zum 29. März in den lichten, von viel Wasser umgebenen Räumen der Stiftung ausgestellt. Sie setzen sich mit Transformation, mit Geschichten des Übergangs von einem Zustand in einen neuen, auseinander. Dabei kommt immer auch dem Wasser eine wichtige Rolle zu.

Métamorphose
Bis 19. März 2026
27 Rue de la Première Armée,
F-68700 Wattwiller
Mi.–So. & Feiertage 13–17 Uhr
fondationfrancoisschneider.org

Foto: © Aurélie Scouarnec, Feræ, 2021 – Collection Fondation François Schneider