So viele Arbeitslose wie vor 19 Jahren – Schwieriger Markt für Ungelernte Arbeitsmarkt | 10.08.2025 | David Pister
Die Arbeitslosigkeit in Freiburg und Umgebung ist im Juni leicht gesunken – doch das Niveau bleibt historisch hoch. Besonders schwer haben es Langzeitarbeitslose ohne Berufsabschluss. Trotz Stellenbedarf zögern viele Unternehmen bei Einstellungen. In den Sommermonaten wird ein erneuter Anstieg erwartet – saisonbedingt.
In der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen waren Ende Juni 16.061 Menschen ohne Beschäftigung – 155 weniger als im Mai. Im April waren es noch 16.212. Somit sinkt die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte im Vergleich zum Vormonat auf 4,1 Prozent.
„Die Arbeitslosigkeit hat sich verringert. Darüber freue ich mich. Nach der Entwicklung im letzten Monat war das nicht unbedingt zu erwarten“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Alexander Merk. Unterm Strich bleibt die Arbeitslosigkeit trotz des leichten Rückgangs historisch hoch: Im Monat Juni ist die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie seit 19 Jahren nicht – das Corona-Jahr 2020 ausgenommen.
Nur im Markgräflerland ist die Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen – alle anderen Regionen im Agenturbezirk verzeichnen Rückgänge. Den größten prozentualen Rückgang verzeichnet Titisee-Neustadt – minus vier Punkte.
Auf dem Arbeitsmarkt ist die Situation nicht einfach – vor allem für langfristig Arbeitslose: weniger neue Stellen bei gleichzeitig hohen Anforderungen. 85 Prozent der Jobangebote verlangen mindestens einen Berufsabschluss, über den nur knapp die Hälfte der Arbeitslosen verfügt. Obwohl Arbeitgeber nach Beschäftigten suchen, scheuen sie sich davor, Menschen einzustellen, die es gewöhnlich schwerer am Arbeitsmarkt haben. „Wir helfen, Risiken abzufedern und schaffen so Chancen, wo andere vor allem Probleme sehen. Oft steckt mehr Potenzial in ihnen, als man auf den ersten Blick sieht“, sagt Merk. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt insgesamt schwach: 967 offene Stellen haben die Unternehmen gemeldet – 123 weniger als vor einem Jahr.
In den nächsten zwei Monaten wird die Arbeitslosigkeit deutlich ansteigen. „Das hat aber rein saisonale Gründe und betrifft wegen der Ferienzeit vor allem Jugendliche, Lehrkräfte und Erziehende“, sagt der Agenturchef.
Bundesweit bleibt die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,2 Prozent – gute zwei Prozentpunkte mehr als im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Vergleich zum Vormonat geringfügig um 5000 – verglichen mit dem Juni 2024 ist sie allerdings um 188.000 gestiegen. „Die Arbeitslosigkeit entwickelt sich weiter ungünstig. Und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen bleibt gering“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.











