Kopfnicker im Wald: Rap-Duo AEM16 & Apfel erinnert sich an seine Wurzeln Kultur | 27.02.2018 | Till Neumann
HipHopper representen gerne ihre Stadt. Hamburg, München, Köln. Dass Berliner ein Album dem Schwarzwald widmen, ist selten. Genau das macht das Rapper-Produzenten-Duo AEM16 & Apfel. Die Ex-Freiburger erinnern sich ihrer Wurzeln. Der Stadt und Region, in der sie lebten und sich fanden.
Entspannt kommt ihr Sound um die Ecke. Trockene Drums, neblige Pianos, vielsagendes Knistern. Dazu erzählt AEM16 Geschichten. Von dunklen Momenten. Von Krisen. Vergangenheitsbewältigung hört man da raus, die Aufarbeitung von Höhen und Tiefen im „schönen Smaragd“ Freiburg. Und ein paar Kampfansagen an die Nullen im Rapgame.
Die Platte ist ein Konzeptalbum. Gesampelt wurden ausschließlich Songs des Jazzlabels MPS Records aus Villingen-Schwenningen, heißt es. Das Ergebnis klingt verspielt, zurückhaltend, old-schoolig. Mal klimpert eine melancholische Gitarre, dann untermalen dezente Keybordflächen die Texte, dann schwirren Wortfetzen von Rappern wie Guru oder Oxmo Puccino durch die Boxen.
Ab und an rumpelt der Flow etwas. Man droht den Faden zu verlieren. Doch nur Augenblicke später folgt man wieder den Gedanken des geerdeten Erzählers. Die Kopfnicker sind nicht nur im Haus. Auch im Wald.
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