Musik-Tipp: Nichts davon war nötig von Das Blanke Extrem 4Musik | 14.04.2026 | Jannis Jäger

Das blanke Extrem prekär

Wunderbar hypnotischer Post-Punk aus Freiburg: Das findet man bei „Das Blanke Extrem“. Das Quartett bringt seinen Sound mit einer frisch releasten Single aufs nächste Level. Der Titel: „Nichts davon war nötig“.

Resigniert, verärgert, ungläubig – es sind Gefühle unserer Zeit, die hier auf drei Tracks zu Wort kommen. Aus einer Gegenwart, die mitunter fassungslos macht. Und gestaltet sich der Blick nach vorne hoffnungsvoller? „Die Zukunft bleibt prekär“, heißt es in einer Ankündigung der Band. „Also gebt ihrer bereits zerbröckelten Fassade ein goldenes Antlitz.“

Vor dem Fatalismus rettet der satte Sound, in ihn sinkt man hinein, lässt sich treiben. Er ist atmosphärisch mit präsenten Rhythmen. Musik, um gedankenverloren aus dem Fenster zu schauen. Kein Unglücksrabe, kein depressiver Abgrund, sondern ein Freund, der sich einem an die Seite stellt und sagt: Die Welt ist verrückt geworden, doch du bist nicht allein. Und so geht der Zuhörende erhobenen Hauptes dem Wahnsinn seiner Gegenwart entgegentreten.

Der letzte Track der Single tröstet schließlich. Auf „RAL 7016“ – von der Betrachtung bürgerlicher Hoffnungslosigkeit – erinnert die Band daran: Unter frisch gefegten Hofeinfahrten liegt immer noch der Strand.

Nichts davon war nötig
Das Blanke Extrem
Post-Punk
Platte des Monats