Grüezi: Blick aus der Schweiz Land & Leute | 17.10.2026 | Beat Eglin

Alpen Berge Wise und Kuh.

Beat Eglin lebt in Muttenz bei Basel. Fürs Lust auf REGIO-Magazin schaut er sich regelmäßig im Dreiländereck um. In dieser Ausgabe nimmt er den kantonalen „Steuerwettbewerb“ unter die Lupe.

Beat Eglin

In der Schweiz gibt es vier Steuerebenen. Die in ganz Europa bekannte Mehrwertsteuer beträgt für die meisten Waren und Dienstleistungen 8,1 Prozent. Der reduzierte Satz für Lebensmittel, Bücher, Zeitungen und Medikamente wird mit 2,6 Prozent berechnet und für Beherbergungen inklusive Frühstück gelten 3,8 Prozent. Der Bund erhebt die Direkte Bundessteuer. Diese Einkommenssteuer ist progressiv mit einem Maximum von 11,5 Prozent für natürliche Personen und 8,5 Prozent für juristische Personen. Die Tarife werden regelmässig an die Teuerung angepasst. Für die Veranlagung und den Einzug dieser Steuer sind die Kantone zuständig.

Die kantonale Steuer heisst Staatssteuer. Sie wird auf das Einkommen und Vermögen von Privatvermögen erhoben. Firmen müssen ihren Gewinn und ihr Kapital versteuern. Hier kommt nun der berühmte Kantönligeist zum Zug. Jeder Kanton kann seinen eigenen Steuerfuss (Prozentsatz) festlegen. Die Gemeinden sind dann die vierte Steuerebene. Sie erheben ihre eigenen Steuern als Prozentsatz der Staatssteuer. Nicht zu den staatlichen Steuerebenen gehören die beiden Landeskirchen, die als öffentlich-rechtliche Körperschaften eng mit den Kantonen verbunden sind. Neben der in den meisten Kantonen anerkannten römisch-­katholischen und der evangelisch-­­reformierten Kirche anerkennen einzelne Kantone auch die christkatholische Kirche offiziell an. 

Vor allem unter den Kantonen herrscht ein Steuerwettbewerb. Tiefe Steuern und bevorzugte Wohnlagen locken wohlhabende In- und Ausländer an. Je höher die Steuereinnahmen sind, desto eher besteht die Möglichkeit einer Senkung. Die Spirale dreht sich abwärts. Im Kanton Baselland wird gegenwärtig über eine Steuersenkung diskutiert, um gegenüber den Nachbarkantonen Basel-Stadt und Solothurn konkurrenzfähiger zu werden. Die Handelskammer beider Basel verlangt eine Reform und verspricht sich davon, den Mittelstand zu entlasten und mehr Fachkräfte anzuziehen. Die Steuer soll mit einem Flat-Rate-Tax-Modell einfacher berechenbar werden und für Kanton und Gemeinden 130 Millionen Franken Mindereinnahmen ausmachen. Ein Hindernis könnten die Gemeinden sein, die teilweise mit finanziellen Problemen kämpfen.

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