Mit Herz für Rinder – Genussorte in der Region Land & Leute | 20.06.2026 | Reinhold Wagner
Gut versteckt im natürlichen Habitat: Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Rieselfeld
Unter Landwirten heißt es: „Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe.“ Wer aber bewusst eine solche Vielfalt an Rassen und Arten von Rindern an den unterschiedlichsten Standorten hält wie Ulrich Reichenbach, der weiß, was die Tiere brauchen, um gesund aufzuwachsen – und wie aus ihnen schließlich ein erstklassiges Steak entsteht.
Der Inhaber der Metzgerei Reichenbach in Glottertal ist zugleich Landwirt, Züchter, Metzger und Unternehmer. Für ihn sind seine Rinder weit mehr als bloße Fleischlieferanten für die eigene Metzgerei. Sie sind Landschaftspfleger und -gestalter zugleich. So grasen Reichenbachs Herden aus Vorder- und Hinterwälder Rindern bevorzugt auf den Berg- und Hangweiden des Schwarzwalds – im Glottertal und seinen Seitentälern bis hin nach Freiburg. Sie sind hier genauso beheimatet wie die Metzgerei selbst. Vom Frühjahr bis in den Herbst genießen die Tiere ihr Leben unter freiem Himmel, fressen auf extensiv bewirtschafteten Wiesen frisches Gras und aromatische Kräuter. Im Winter erhalten sie ausgesuchtes Grünfutter und genfreies Ackerfutter.

So bleibt die gesamte Wertschöpfung in der Region. Und ganz nebenbei sorgt die Heimatverbundenheit des Tierhalters für den Erhalt selten gewordener und schützenswerter heimischer Rassen wie etwa des Hinterwälder Rinds. Darüber hinaus hält Ulrich Reichenbach begehrte Fleischlieferanten wie Black Angus und Limousin, außerdem Galloways sowie Kreuzungen alter, robuster Rassen. Selbst Liebhaber-Rassen wie Wasserbüffel gehören dazu: Sie streifen durch die Feuchtwiesen des Freiburger Naturschutzgebiets Rieselfeld und tragen dort aktiv zur Offenhaltung der Landschaft bei. Mit seiner eigenen Zucht von Schwarzwald-Wagyus befindet sich Reichenbach aktuell noch in der Versuchsphase.
Grundsätzlich aber gilt für alle Rinderarten der Metzgerei Reichenbach: Es handelt sich um robuste und genügsame Fleischrassen, die hervorragend an die regionalen Gegebenheiten angepasst sind und sich dadurch optimal entwickeln können. Die Tiere können sich frei und ausgiebig an der frischen Luft bewegen. So entsteht zart marmoriertes Fleisch mit geringem Wassergehalt und grilltauglichem Fettanteil. Ulrich Reichenbachs Motto lautet, wie er selbst gerne betont: „Black Forest Beef statt Argentinisches Steak, weil es besser ist.“
Transparenz und höchste Qualität
Bei dieser Form der Rinderhaltung im geschlossenen System kann – im Gegensatz zum Argentinischen Rindfleisch – komplett auf den Einsatz von Antibiotika und Wachstumsförderer verzichtet werden.
Auch danach bleibt alles in einer Hand: von der hauseigenen Schlachtung über die Verarbeitung im modernen Schlacht-, Zerlege- und Produktionsbetrieb im Glottertal bis hin zum Direktverkauf. Dieser geschlossene Kreislauf im Radius von rund 60 Kilometern garantiert den Kundinnen und Kunden Transparenz und höchste Qualität. Gleichzeitig profitieren Klima und Umwelt von kurzen Transportwegen und reduziertem Verpackungsaufwand. Ergänzt wird das nachhaltige Konzept durch neueste Stromerzeugungs-, Klima- und Kühltechnik. Ulrich Reichenbach betont stolz: „Wir transportieren alles mit dem ersten Elektro-Kühlfahrzeug Deutschlands.“
Info
Metzgerei Reichenbach
In den Engematten 9
79286 Glottertal
Tel.: 0 76 84/2 40









