»Immenses Wachstum« Freiburger Beachverein stößt an grenzen – Vision bleibt Sport | 30.05.2026 | Till Neumann
Hotspot: Beim Beach-
verein ist oft Hochbetrieb
Von 0 auf 1282 Mitglieder. Das hat der Freiburger Beachverein „Die Palme“ in fünf Jahren geschafft. Wie stemmt das Team den Andrang? Wie steht’s um das „große Ding“? Raphael Schieting (35, Vorstand) und David Baumann (33, Beachrat) erzählen im Interview mit Redakteur Till Neumann.
chilli: Ihr habt gerade 5. Vereinsgeburtstag gefeiert. Wie war’s?
Raphael: Sehr familiär, wir wollten kein ganz großes Event machen. Einfach weil die letzten Jahre kräftezehrend waren und wir uns aufs Wesentliche besinnen wollen: die schöne Anlage und die tollen Menschen als Mitglieder. Das Projekt haben wahnsinnig viele Menschen ermöglicht. Eine Danksagung hätte den Rahmen gesprengt.
chilli: Ihr habt mehr als 1200 Mitglieder. Nach fünf Jahren.
David: Die Wachstumsrate ist immens. Um das zu stemmen, haben wir im Dezember die erste hauptamtliche Stelle geschaffen. Das war der nächste logische Schritt, da wir nie organisch gewachsen sind und in der Personalstruktur hinterherhinken.
chilli: Welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Raphael: Vor allem den Aufbau des Kinder- und Jugendbereiches und den Druck, dass wir weitere Felder brauchen. Wir stoßen an Grenzen. Aber wir sind noch nicht am Ende der Reise.
chilli: Ihr habt zehn Felder. Zu wenig?
David: Zu den Stoßzeiten ab 16 Uhr war und ist es immer voll, auch wenn wir es über das Platzbuchungstool organisiert bekommen. Wenn wir vier weitere Felder hätten, wären auch die ausgebucht. Auch Flutlicht würde helfen.

Haben viel vor: David Baumann (links) und Raphael Schieting vom Verein „Die Palme“
chilli: Wie kam’s 2021 zur Vereinsgründung?
Raphael: Beachvolleyball war an Hallenvolleyball gegliedert, es gab kein Training ohne Mannschaftsbetrieb. Das wollten wir lösen – ganzjährig. Daher braucht es eine Halle. Als für die Alte Stadthalle eine Verwendung gesucht wurde, war der richtige Moment für eine Vereinsgründung. Ich habe über die Idee, eine Beachhalle zu verwirklichen, Leute zusammengebracht, die in der Beachbubble Freiburg sind. Die Corona-Zeit kam uns zugute. Viele Beacher saßen daheim und hatten Zeit. Da die alte Stadthalle für den Anfang etwas zu groß war, suchten wir nach Alternativen und fanden das frei werdende Grundstück in St Georgen.
chilli: Wie viel Geld und Arbeit stecken in der Anlage?
David: Sehr viel Herzblut, sehr viel Schweiß. Alles ist in Eigenregie passiert.
Raphael: Von den Kosten sind wir fast bei einer halben Million. Arbeitsstunden zählen wir besser nicht. Es muss ja Spaß machen.
chilli: Die Halle gibt es noch nicht.
Raphael: Das ist das große Ding. Wir sind mit einem Architekten in der Planung, mit dem Rathaus im Austausch.
David: Wir wollen eine Halle mit vier Feldern, sanitären Anlagen und vielleicht einem Kiosk. Vor allem für den Kinder- und Jugendbereich fehlt Infrastruktur: Umkleiden, Klos, die Ganzjährigkeit für AGs und Schulkooperationen.
chilli: Wie sieht’s hier idealerweise in fünf Jahren aus?
Raphael: Wir haben die Halle inklusive sanitärer Infrastruktur, einen kleinen Spielplatz, Parkplätze, vielleicht sogar ein kleines Office …
David: Dazu mindestens vier neue Außenfelder. Und Flutlicht. Ich hoffe, dass die geile Community weiterlebt – das ist die Identität des Vereins.
Fotos: © tln, Beachverein Freiburg / Sinah Kaltenbach










