»Zu 99 Prozent sicher« – Optimismus trotz Fragezeichen für Eishallen-Sanierung Sport | 21.03.2026 | Till Neumann

Abgebildet ist eine Eishalle. Auf der Eisfläche laufen etwa 30 Menschen Schlittschuh. Baufällig seit Jahren: Die Echte-Helden-Arena wird generalsaniert – wenn die Finanzierung klappt. Auch der Publikumslauf dort ist beliebt.

Paukenschlag für Eissportfans: Der Freiburger Gemeinderat hat im Dezember beschlossen, dass die Echte-Helden-Arena saniert werden soll. Statt eine neue Halle zu bauen, bekommt die bestehende ein 39-Millionen-Upgrade. Doch drei Monate später gilt weiterhin: Die Finanzierung ist nicht gesichert. Auch wegen eines Riesenansturms auf einen elementar wichtigen Fördertopf. EHC-Chef Michael Müller glaubt dennoch fest an das Vorhaben.

Das Aufgebot bei der Eisstadion-Pressekonferenz im November war amtlich: Neben OB Martin Horn nahmen die Bürgermeister Stefan Breiter (Sport) und Martin Haag (Bauen) auf dem Podium Platz. Zudem saß EHC-Chef Michael Müller in der Runde. Genau wie Überraschungsgast Maximilian Zimber-Morat mit EHC-Schal. Der Eissport-Fan spendet allein fünf Millionen Euro, um das Update möglich zu machen.

39 Millionen Euro könnte das Vorhaben kosten. Ein Neubau wäre laut ersten Schätzungen mindestens zehn Millionen Euro teurer, heißt es im Rathaus. Renoviert werden soll bei laufendem Betrieb von 2029 bis 2031 – jeweils von April bis August. „Eine OP am offenen Herzen“, nennt es EHC-Boss Müller. „Die Sanierung kann funktionieren“, sagt Horn. Das zeige eine Machbarkeitsstudie.

Drei Pfeiler sollen das Upgrade der baufälligen Halle ermöglichen: der städtische Haushalt, ein Eigenanteil des Eissport-Zweitligisten EHC und Fördergelder, akquiriert vom Rathaus-Team. Doch hinter den beiden letztgenannten stehen auch drei Monate nach dem Beschluss Fragezeichen.
Auf acht Millionen Euro Fördergelder hofft das Team um Baubürgermeister Martin Haag. Sie sollen aus dem Bundestopf „Sanierung kommunaler Sportstätten“ fließen. Doch der Ansturm ist riesig: „Es gab um die 3600 Interessensbekundungen/Anträge“, berichtet Rathaus-Sprecher Kolja Mae­licke. Eine Entscheidung über die Verteilung hätte im März fallen sollen. Doch aufgrund des Andrangs verschiebe sie sich um einen Monat.

Die bitteren Fakten: 333 Millionen Euro sind im Topf. Projekte über insgesamt 7,5 Milliarden Euro sind im Rennen. Also rund 23-mal mehr Nachfrage als Verfügbarkeit.

Auch der EHC-Anteil ist noch nicht gesichert: Neun Millionen Euro beträgt der Beitrag des Sportvereins. „Fünf Millionen sind sicher“, sagt Müller Anfang März gegenüber dem chilli. „Für weitere vier müssen wir noch was tun – auch in Form von Eigenleistungen.“

Zu sehen ist Michael Müller (EHC-Chef) im marineblauen Anzug und mit Brille.

Optimistisch: Michael Müller

Müllers Plan sieht auch vor, so die Kosten überschaubar zu halten: „Der EHC hat die Möglichkeit, Dinge in Eigenleistung auszubauen – was vielleicht 300.000 kosten würde, wenn man es offiziell auf dem Markt einkauft, macht der EHC für 120.000 Euro.“

Einen Plan B, falls die Fördergelder abgelehnt werden, sieht er aktuell nicht. „Im Eisstadion ist alles Bruch, es ist klar, dass wir da nicht weitermachen werden.“ Klappe der Zuschuss nicht, müsse man „woanders sparen“. Die EHC-Eigenleistung sei in jedem Fall deutschlandweit einzigartig. Und sein Optimismus ist ungebrochen: „Ich bin zu 99,9 Prozent sicher: Die Eishalle wird nicht zugemacht.“

Fotos: © tln, Seehstern