»Besser als Fitness-Studio«: Der neue Calisthenics-Park im Dietenbach kommt an Sport | 27.07.2025 | Till Neumann

Treffpunkt: Der Fitness-Park lockt viele wie hier beim offenen Training des Vereins Black Forest Movement.

Liegestütze, Klimmzüge, Handstand. Die Street-Workout-Anlage im Dietenbachpark lockt viele Fitness-Fans an. Initiiert haben den rekordverdächtigen Park Sandra Bächle und Sébastien Buchholz. chilli-Redakteur Till Neumann hat sie beim Training getroffen und einen Satz gleich mehrfach gehört.

„Vier Jahre gebraucht“

Treffpunk: Der Fitness-Park lockt viele wie hier beim offenen Training des Vereins Black Forest Movement. Initiiert haben die Anlage Sébastien Buchholz und Sandra Büchle (unten).

Initiator*innen: Sébastien Buchholz und Sandra Büchle

Fast mühelos hält sich Sébastien Buchholz waagrecht in der Luft. Nur die Hände stützen seinen tätowierten Körper. „Vier Jahre habe ich gebraucht, um die Planche zu können“, berichtet der 47-Jährige. Mit seiner Lebensgefährtin Sandra Bächle (42) trainiert er mittlerweile fast täglich.

Am meisten Spaß macht ihnen das in der neuen Calisthenics-Anlage zwischen Freiburger FC und Skatepark. Vor allem an Tagen wie diesem Donnerstag im Juli. Die Sonne scheint, ein großer Baum spendet Schatten, Jung und Alt tummeln sich hier, um zu trainieren oder sich auszutoben. „Der Park ist für alle, ein Come-Together – egal welches Alter, welche Herkunft, welches Fitness-Level“, erklärt Bächle. Sie hat sich auf Stretching und Handstand spezialisiert, leitet erst ein kleines Warm-up und zeigt dann, wie man seinen Körper elegant in der Luft schweben lässt.

„Ein großer Austausch“

Die beiden sind Teil des Vereins Black Forest Movement. 85 Mitglieder hat der mittlerweile. Viele davon treffen sich an diesem Nachmittag zum gemeinsamen Training und Abhängen. Es wird gepumpt, gescherzt, gequatscht. „Man hilft sich gegenseitig, es ist ein großer Austausch“, erklärt Buchholz. Keiner wolle hier zeigen, dass er der Größte ist.

Bächle fühlt sich wohler als im Fitnessstudio: „Man wird nicht so angeschaut.“ Gerade wenn sie sich beim Training im Studio gebückt habe, sei ihr auf den Po geschaut worden. „Das ist hier nicht so.“ Von der Gemeinschaft ist auch Roland Ramlow angetan. Der 37-Jährige ist seit drei Jahren dabei und trainiert mittlerweile vier bis fünf Mal die Woche. „Das hier ist besser als Fitness-Studio“, sagt Ramlow. Dort sei es stupide gewesen, ihm fehlte der Community-Gedanke. „Hier kann man von der Gruppe profitieren, das macht mir viel mehr Spaß.“ Regelmäßig bringe er auch seine Kids mit, die an Handstand und Co. feilen.

Akrobatisch: Sandra Bächles Spezialgebiet ist der Handstand

Drittgrößter Park in Deutschland

Ramlow selbst trainiert an diesem Nachmittag Klimmzüge und Statik an der Stange. „Mein großes Ziel ist, den Frontlever zu halten.“ Dabei hängt der gesamte Körper horizontal an einer Klimmzugstange. Bis Ende des Jahres will Ramlow das schaffen.

Ähnlich ging es Buchholz. Vor rund sechs Jahren sah er jemanden eine Plank machen. Und sagte: „Das will ich auch schaffen bis zu meiner Rente.“ Da ihm und Büchle das Angebot in Freiburg nicht reichte, wandten sie sich nach der Pandemie an die Stadt. Und stießen auf offene Ohren. „Alle Wünsche sind hier erfüllt worden“, berichten sie. Der Park ist wettkampfkonform, barrierefrei und weitläufig. „Der drittgrößte in Deutschland“, sagt Buchholz. Zudem der größte in Baden-Württemberg.

Im Juni hatten sie bereits einen Aktionstag hier. Für 2026 möchten sie einen internationalen Wettkampf ausrichten. Wichtiger ist ihnen aber, dass alle willkommen sind und entspannt Sport machen können. Zwei Mal die Woche bietet ihr Verein ein Training an – für 60 Euro im Jahr. Sie sind überzeugt: „Ein Fitness-Studio braucht man dann eigentlich nicht mehr.“

Vier Jahre geübt: Sébastien Buchholz hat lange gebraucht bis er diese Planche konnte.

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Fotos: © Till Neumann