Stehende Welle: Surfanlage in Freiburg startet STADTGEPLAUDER | 10.05.2025 | Till Neumann

Eine Welle, die rollt und steht: In Freiburgs erstem Wavepark können Surfer·innen sich austoben.

Wer in Freiburg wellensurfen will, muss nicht mehr ans Meer fahren: In der Stadt gibt es seit Mai eine stehende Welle. Iriesurf bietet neben Wassersport auch ein Café und Live-Events. Zum Start sind auch zwei Pioniere aus München vertreten.

Idee in Wales

Bringt Freiburg die Welle: Iriesurf-Chef Mario Gerlach

9 Meter breit, 18 Meter lang. Im blauen Becken sprudeln 800 Kubikmeter Wasser. Die ersten Surfer·innen wagen sich aufs kühle Nass. Mit ihren Boards gleiten sie über die Welle. Was hier nahe dem neuen SC-Stadion geboten wird, ist Neuland fürs Dreiländereck: Wellenreiten ohne zu verreisen.

Möglich gemacht hat das Mario Gerlach. Der Freiburger hat 2016 bei einem Surf Parc Summit in Wales die Idee gehabt, eine solche Anlage nach Freiburg zu bringen. Doch es fehlten Grundstück und Geld. Für die „Toskana Deutschlands“ hier im Breisgau wollte er den Surfpark dennoch möglich machen. 

Tokio, Moskau, Freiburg

Schließlich erfuhr er von einer Citywave-Anlage in Regensburg, die dort nur für eine Saison aufgebaut werden sollte. Die Chance wollte er nutzen und das Teil nach Freiburg holen. Gerlach ließ 22 Standorte prüfen – und landete schließlich an der Hermann-Mitsch-Strasse 13a.

Die Erfinder solcher Surfparks sind die Münchner Susi Klimaschewski und ihr Mann Rainer Klimaschewski von der Firma citywave. Zur Eröffnung des Freiburger Parks ist das Paar im Rentenalter eigenhändig angereist und erzählt ausgiebig von seinem weltweiten Engagement. Der Elektrotechniker und die Architektin haben 21 Surfparks konzipiert. Ihre Anlagen stehen in Tokio, Moskau, Singapur und Tel Aviv. Für sie ist auch Freiburg ein „perfekter Standort“.

Los geht’s: Die ersten Surfer·innen wagen sich beim Pressetermin aufs Wasser.

50 Euro für 30 Minuten

Von 3,5 Millionen User·innen ihrer Parks weltweit sprechen die beiden. Die Freiburger Anlage sei der einzige Outdoor-Wellenpark in Deutschland. Von der Größe vergleichbar mit der in Berlin. Jedoch sei die Anlage auf Hawaii dreimal breiter. Die Höhe der Welle in Freiburg ist stufenlos regelbar, sodass auch Anfänger·innen und Kinder (ab 30 Kilo) auf die Anlage können.

Für Notfälle ist die Anlage über mehrere Schalter in Sekundenschnelle deaktivierbar, berichtet das Team. Sie sei außerdem gepolstert, man lande also weich. Von April bis Oktober soll der Park im Industriegebiet offen sein.

Zwei Millionen Euro hat Gerlach investiert. 12.000 bis 15.000 Surfer braucht der gelernte Maschinenbauer und Hobby-Surfer pro Jahr, um das Invest abzubezahlen. Surfslots sind in Gruppen von 6 bis 12 Personen buchbar. Sie kosten zwischen 44 und 55 Euro pro Person für eine halbe Stunde. Mit Mehrfach-Karten sind Rabatte möglich, heißt es. Geboten werden außerdem Events mit Livemusik, Partys und loungige Momente im angekoppelten Surfcafé mit Beachfeeling.

Stellen die Anlage vor: Iriesurf-Chef Mario Gerlach (Mitte) und das Paar (links) Susi Klimaschewski und Rainer Klimaschewski von citywave aus München.

„Gefühl von Freiheit“

Bis zu 450 Kilowatt pro Stunde verbraucht die stehende Welle. Der Strom dafür sei ökologisch, berichtet Gerlach. Eine Photovoltaik-Anlage sei in Planung. Ein Single-Haushalt in Deutschland benötigt durchschnittlich 2.000 Kilowattstunden im Jahr.

Für Gerlach ist surfen „ein Gefühl von Freiheit“. Das möchte er mit anderen teilen. Surfen üben könne man hier sogar besser als auf dem Meer: Denn die Bedingungen sind konstant und das anstrengende Rauspaddeln und Warten entfalle. Zudem ist eine Vereinsgründung geplant, um auf der Anlage auch Erlebnispädagogik anzubieten. So soll der Sport auch für Menschen ermöglicht werden, die sich den Sport nicht leisten können.

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Fotos: © Till Neumann

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