»Was richtig Großes«: MMA-Pionier Gregor Herb gibt Comeback bei Fight Night in Freiburg Sport | 24.07.2025 | Till Neumann

Zwei Männer beim Kampf Will über Grenzen gehen: Gregor Herb beim Training

Das größte Kampfevent in Freiburgs Geschichte steigt am 26. Juli. Bis zu 4000 Fans werden bei der „Fight Night“ in der Sick Arena erwartet. Ein überraschendes Comeback gibt der Freiburger Gregor Herb. Mit 47 Jahren steigt er nach jahrelanger Pause wieder in den Käfig.

„Fighting ist Living“

Sieben Jahre lang hat Gregor Herb nicht gekämpft. Doch für das Rekord­-Event in Freiburg wagt er ein Comeback. Dazu ackert er hart. Auch an diesem Dienstagabend Anfang Juli in seinem Studio „Fight Bros” im Indus­triegebiet Haid.

„Fighting is Living“ steht auf dem schwarzen Shirt. Die imposanten Muskeln darunter lassen erahnen, dass Herb gut im Training ist. Dabei ist er heute erst mal nur Coach für den MMA-Nachwuchs. Mixed Martial Arts, der wohl härteste Vollkontakt-Kampfsport. Er mischt Boxen, Ringen, Kicks und Co. und findet im Käfig statt.

„Das kann ich andersrum“

Das Warm-up für die ­Schützlinge macht Herb mit. Laufen, Dehnen, Schattenboxen. Schon beginnen die ersten Kampf­einheiten. Zum Beispiel, wie man am Boden sein Bein freibekommt. Oder wie man den Gegner auf die andere Seite hebelt.

Will über Grenzen gehen: der Freiburger Kämpfer Gregor Herb

Hat sich viel vorgenommen: der Freiburger Kämpfer Gregor Herb von den „Fight Bros“

Der Freiburger zeigt den Youngsters, wie man Technik und Kraft vereint. Schließlich hat er Erfahrung wie kein Zweiter im Raum. Jahrelang kämpfte er im In- und Ausland. Im deutschlandweiten Ranking stand er auf Platz 1 für das MMA-Mittelgewicht.

„In der Vergangenheit habe ich eher im Ausland gekämpft als Underdog vor irgendeinem Publikumsliebling“, berichtet Herb. Für die Fight Night habe er sich gedacht: „Das kann ich mal andersrum machen.“ Viele Augen werden auf den Lokal­matador gerichtet sein. Doch das will er ausblenden: „Es ist nur ein weiterer Kampf, auf den ich mich vorbereite.“

Immer weiter trainiert

Herb ist Pionier. Vor 20 Jahren gründete er seine Schule in Freiburg. „Damals wusste noch keiner, was Jiu Jitsu ist.“ Die brasilianische Kampfkunst brachte er genauso in den Breisgau wie MMA. Entdeckt hat der Englisch- und Sport-Lehrer die Disziplinen bei einem Semester auf Teneriffa und einem Studienjahr auf Hawaii.

„Ich komme vom Judo, habe auch gerungen und mit 17 das Boxen angefangen“, erzählt Herb. Am Käfigkampf gefällt ihm das Explosive und die Vielseitigkeit. Das noch mal unter Wettkampfbedingungen zu erleben, stachelt an. Trainiert habe er immer. Doch jetzt hänge er Extra-Einheiten dran. Versuche, über seine Grenzen zu gehen.

Zeigt den anderen, wie es geht: Gregor Herb ist Trainer und Kämpfer zugleich

„Gehört ja verboten“

Die Schützlinge kriegen einen Trainer in Höchstform. Dafür gibt’s heute gleich mehrere Kostproben. Auch im Duell mit Enrico Stanicu, der selbst bei der Fight Night in den Ring steigt. „Was esst ihr zu Hause, das gehört ja verboten“, kommentiert Stanicu, als Herb sein Shirt auszieht.

Herb meint es ernst. Jeden Tag Lehrer, jeden Tag Training. Dass Schüler unter 18 Jahren den Käfigkampf nicht sehen können, wie anfangs geplant, ärgert ihn: „Ich finde das Schwachsinn“, sagt Herb. „Wir holen die Kids von der Straße, damit sie was Ordentliches machen.“ Doch die Veranstalter haben das mittlerweile geändert: Zu seiner Freude können nun doch alle ab 16 dabei sein.

„Denke, werde gewinnen“

Für Herb ist das wohl weitere Motivation: Die 10. Fight Night sei „was richtig Großes für Freiburg“. Trotz jahrelanger Pause ist er überzeugt: „Ich denke, dass ich gewinnen werde.“ Schließlich gilt auch für den 47-Jährigen das Muhammed-Ali-Zitat an der Trainingshallen-Wand: Impossible is nothing. 

Fight Night Freiburg

Die 10. Champions Fight Night steigt am 26. Juli in der Sick Arena Freiburg. Tickets gibt es ab 39,70 Euro. „Erwartet werden ca 4.000 Zuschauer“, berichtet Kevin Bortoli vom Veranstaltungsteam. Er rechnet mit 40 Kämpfern – auch aus Thailand, Polen, Portugal und Italien. „Es ist die größte Kampfsportveranstaltung in Baden Württemberg“, sagt Bortoli. „Wir haben viele Kämpfer aus Europa, die sich je einem Freiburger Kämpfer stellen.“ Daher der Titel: Freiburg gegen den Rest. Geplant sei ein Europameister-Kampf der Männer bis 70 Kilo und ein Weltmeisterkampf der Frauen. Mehr Infos auf: cfn-freiburg.de

 

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Fotos: © Till Neumann