Größter Fehler? Draufhauen! – Trendsport Padel erreicht Freiburg – ein Probetraining Sport | 27.04.2026 | Till Neumann
Einsteiger und Crack: Jule zeigt Philip, wie man beim Padeln punktet.
Ein Mix aus Tennis und Squash. Schnell, unkompliziert, actionreich. Freiburgs erste Anlage gibt’s seit Juli am Silbersee. chilli-Redakteur Till Neumann hat dort probetrainiert. Im Männer-gegen-Frauen-Doppel hat er wenig Punkte geholt, sich aber das Padel-Fieber eingefangen.
Wer die Anlage am Silbersee sucht, bekommt Urlaubsfeeling on top: Die zwei blauen Courts liegen direkt beim Camping. Die Padel-Cracks Jule (29) und Tanja (51) erwarten uns auf dem Platz. Wir – chillist Till und Ex-chillist Philip – bekommen zwei Schläger und einen Crash-Kurs: Man spielt Doppel mit einem tennisähnlichen Ball, die Schläger werden per Schlaufe am Handgelenk festgemacht, die Bande kann genutzt werden – außer bei Angaben.
Los geht’s: Wir stellen uns wie beim Tennis nebeneinander an die Grundlinie. Wichtig: richtig zum Ball stehen und mehr auf Gefühl als auf Kraft setzen. „Der größte Fehler als Anfänger ist, einfach draufzuhauen“, sagt Tanja. Sie spielt dreimal die Woche und macht uns Mut: „Gleich am Anfang hat man Spaß.“
Das merken wir schnell: Viele Bälle landen im Feld. Den Tennisfrust, wo erst mal gar nix klappt, gibt‘s hier nicht. Die Schläger sind kleiner, das Feld kompakter, die Banden helfen ebenso. „Wow, schöner Ball“, ruft Jule, als uns ein starker Return gelingt. Sie ist uns aber um Längen überlegen, spielt Padel seit rund einem Jahr. „Ich bin Tennisspielerin, wollte das hier unbedingt mal ausprobieren“, erzählt sie.
Sie fasziniert vor allem die „dritte Dimension“, also das Spiel mit Bande: „Das ist für mich komplett neu, es macht das Spiel unberechenbar.“ Wir merken: Fies werden Bälle vor allem dann, wenn man sie kurz bis vor die Bande spielt. Wer sie weiterspielen möchte, muss die Flugkurve berechnen, blitzschnell vorausdenken.
Nach rund 15 Minuten versuchen wir ein Match. Gezählt wird wie beim Tennis: 15, 30, 45, Spiel. Wer zuerst sechs Spiele gewinnt, holt den Satz. Das macht Laune. Auch wenn wir mit wehenden Fahnen untergehen. 0:6. Kollege Philip tut sich ohne Tenniserfahrung schwerer als ich. Meine fünf Jahre Tennisverein zahlen sich aus. Vieles gelingt ohne großen Anlauf.

Möglich gemacht hat die Anlage der Endinger Markus Strack mit seinem Kollegen Yannick. „Wir sind selber begeisterte Spieler und überzeugt, dass die Stadt und Umgebung mit ihrer sportbegeisterten und offenen Community perfekt für Padel ist.“ In vielen Ländern sei Padel bereits viel entwickelter. Ihm gefällt vor allem die Kombi aus Bewegung, Spaß und sozialem Miteinander: „Der Sport hat sehr großes Sucht-Potenzial.“
Der 37-Jährige schätzt den einfachen Einstieg: „Man braucht keine jahrelange Technik wie im Tennis, um schnell Spaß zu haben.“ Durch kleinere Felder und Glaswände entstehen längere Ballwechsel. Das mache es spannend und dynamisch. Ein Einstieg ist über die Padel-WhatsApp-Community möglich.
Auch wir haben Feuer gefangen. Sogar ein Traumball ist in der ersten Session geglückt: Einen Volley am Netz treffe ich so gut, dass er aufspringt und über die Glaswand fliegt. „Das schaffen viele nicht mal nach ein paar Monaten“, lobt Jule. Na dann: Wir kommen wieder.









