„Ist hier ein Parkplatz frei?“ – Spiele im Stuhlkreis mit Nachdenk-Moment Kinderspiele | 23.12.2025 | Norbert Stocker
Stuhlkreisspiele fördern Reaktionsfähigkeit, Kooperation und Bewegung. Bei diesen Spielen steht eine Person in der Mitte und nennt ein Stichwort, auf das ein Plätzetausch beginnt. Ob Namen oder Sternkreiszeichen aufgerufen werden oder das Stichwort „erwürfelt“ wird – immer heißt es aufpassen und einen Moment nachdenken vorm Losrennen. Wer keinen freien Stuhl findet, ist in der nächsten Runde Ansager·in.
Namenswechsel
Ein Spieler geht in die Mitte; sein Stuhl wird herausgenommen. Er nennt die Namen beliebiger Kreisspieler. Die Betreffenden wechseln ihre Plätze. Bei der Ansage „alle Jungen!“ tauschen alle Jungs; bei der Ansage „alle Mädchen!“ entsprechend alle Mädchen. Bei der Ansage „alle!“ tauschen natürlich alle Spieler.
Der Mittelspieler tauscht immer mit. Wer bei den jeweiligen Platzwechseln keinen freien Stuhl findet, ist nächster Mittelspieler.
Monatswürfeln
Für dieses Spiel sind zwei Würfel nötig.
Ein Spieler geht in die Mitte; sein Stuhl wird herausgenommen. Er würfelt mit beiden Würfeln. Die gewürfelten Zahlen sowie die Summe dieser Zahlen symbolsieren die Geburtsmonate der Spieler. Spieler, deren Monat gewürfelt wird, tauschen ihre Plätze. Der Mittelspieler tauscht immer mit, auch wenn sein Geburtsmonat nicht erscheint.
Beispiele:
1 und 6: Januar, Juni, Juli
3 und 5: März, Mai, August
6 und 6: Juni und Dezember.
Wer im Dezember geboren ist, ist etwas benachteiligt; denn er kann nur tauschen, wenn beide 6er kommen.
Sternzeichen
Ein Spieler geht in die Mitte; sein Stuhl wird herausgenommen. Er nennt ein Sternzeichen. Alle Spieler, die in diesem Zeitraum geboren sind, tauschen ihre Plätze. Bei der Ansage „alle Tiere!“ wechseln alle Spieler, die ein Tierkreiszeichen haben. Bei der Ansage „keine Tiere!“ tauschen entsprechend die anderen. Bei der Ansage „alle!“ tauschen eben alle Spieler.
Der Mittelspieler sucht sich bei jedem Wechsel auch einen Platz, auch wenn das Genannte nicht auf ihn zutrifft. Wer keinen freien Stuhl findet, ist nächster Mittelspieler.
Die Sternzeichen im Jahreslauf sind: Wassermann, Widder, Fische, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock.
Parkplatzsuche
Ein Spieler geht in die Mitte; sein Stuhl wird herausgenommen. Er stellt ein Auto dar, das im Kreis umherfährt. Er bleibt vor einem beliebigen Spieler stehen und fragt ihn:
„Ist hier ein Parkplatz frei?“
Lautet die Antwort „ja!“, so tauschen die beiden. Bei der Antwort „nein!“ fragt der Mittelspieler jemand anderen. Wurde dreimal „nein!“ gesagt, so ist – auch wenn dazwischen ein oder mehrere „ja!“ war(en), allgemeiner Platzwechsel. Wer dabei keinen freien Stuhl findet, ist das nächste Auto. Danach geht es von vorne los.
Schneider, Schneider, leih’ mir deine Scher’!
Ein Spieler geht in die Mitte; sein Stuhl wird herausgenommen. Er fordert einen beliebigen Kreisspieler auf:
„Schneider, Schneider, leih’ mir deine Scher’!“
Der Betreffende antwortet: „Ich hab’ sie nicht, es hat sie der / die … !“ und nennt den Namen eines anderen Spielers. Daraufhin tauschen alle die Plätze. Dabei können die Stühle des gefragten und des von ihm genannten Spielers nicht von anderen besetzt werden. Diese beiden tauschen entspannt ihre Plätze. Wer keinen freien Stuhl findet, ist nächster Mittelspieler.
Wolfserwachen
Ein Spieler legt sich als „Wolf“ in die Mitte des Kreises; sein Stuhl wird herausgenommen. Die Kreisspieler fragen ihn:
„Wolf, wie lange schläfst du?“
Er nennt eine beliebige Zeit zwischen ein und zwölf Uhr. Dann schließt er die Augen und „schläft ein“. Nun zählt die Gruppe ab 1 bis zu der vom Wolf genannten Zeit.
Kommt diese Zahl, so „erwacht“ der Wolf und springt auf. Daraufhin sucht sich jeder, auch der Wolf, einen anderen Platz. Wer keinen freien Stuhl findet, ist nächster Wolf.

Zur Person:
Norbert Stockert ist Diplom-Pädagoge, Spielpädagoge sowie Vorstandsmitglied des Vereins Spielmobil Freiburg. Der heute 76-Jährige hat bereits Bücher und Zeitschriftenaufsätze zu Spielthemen publiziert und bildet Lehrer und Erzieher fort. Zudem macht er Spielprojekte für Groß und Klein und hilft weiterhin beim Spielmobil aus.









