Nachgewürzt: Terror in Nahost 4Literatur & Kolumnen | 13.11.2023 | Volkmar Staub

Volkmar Staub Volkmar Staub, geboren in Lörrach, lebendig in Berlin, vergibt im chilli die Rote Schote am goldenen Band.

Ist es schon antisemitisch, wenn ich sage: Auch „Palästinian Live Matters“? Oder ist es antipalästinensisch, wenn ich die Terroranschläge vom 7. Oktober nicht Widerstand, sondern Terroranschläge nenne?

Um zu verstehen, was zurzeit im Nahen Osten passiert, muss man analytisch weit in die Geschichte zurückgehen. Bis zu Noah. Das war der, der damals trotz grausigem Scheißwetter mit allen Tieren einen Bootsausflug gemacht hat. Dieser Noah hatte unter anderem die zwei Söhne Ham und Sem. Deren Nachfahren wurden die Hamiten, also die Araber, und die Semiten, die heutigen Israelis.

In der Psychoanalyse gibt es die „Theorie des Narzissmus der kleinen Differenz“. Das bedeutet: Zwei sind sich sehr ähnlich, stammen in dem Fall vom gleichen Vater, die Unterschiede sind wahnsinnig gering. Um aber genügend Selbstbewusstsein zu entwickeln, müssen beide die kleinen Unterschiede so aufblasen, dass sie übermächtig wirken, um dann sagen zu können: Ich bin anders. Ich bin gut und du bist böse. Der andere sagt natürlich: Du bist böse, ich bin gut. Zudem sind Israelis und Palästinenser ja beide historisch traumatisiert. Die Palästinenser durch die Knechtschaft unter dem Osmanischen Reich, später dann unter den Engländern. Die Israelis: Logo – der Holocaust.

Um mit diesen Traumata fertig zu werden, haben sie jeweils eine andere Pathologie entwickelt. Die Israelis eine Art „Identifikation mit dem Aggressor“. Um als Opfer psychisch zu überleben, müssen sie selbst hochgerüstete Täter werden. Die Palästinenser – sowieso schon gespaltene Persönlichkeiten, gespalten in El Fatah und in Hamas – flüchten sich in Verschiebung und Unterwerfung. Wenn du als Therapeut bei denen den Ödipus-Konflikt ansprichst, also die Rolle des übermächtigen Vaters, da brauchst du Mut. Oder getrau dich mal zu fragen: „Wollten Sie im Traum schon mal mit Ihrer Mutter schlafen?“ Da rufen die gegen dich den Dschihad aus.

Zusätzliches Problem: Arabische Jugendliche leiden oft unter Triebstau, da sie ja praktisch nie eine Frau sehen, wegen deren Verschleierung. Da muss die sexuelle Energie irgendwie anders raus. Entweder über Raketen oder andere phallische Waffen, etwa Sprengstoffgürtel. Und da sagt der Analytiker natürlich: Da Hamas! Bei Traumapatienten helfen keine Friedensverhandlungen. Die müssen auf die Couch. Problem für einen Coach: Find mal eine Couch, die so groß ist, dass da zwei ganze Völker draufpassen.

Zur Entschärfung eine chilli-Schote an beide Konfliktparteien.

Herzlichst Volkmar Staub

Foto: @ privat