Pflanzenwissen: Schwarzblaue Herbstfrucht – Kräuterpädagogin Monika Wurft über die Schlehe 4Literatur & Kolumnen | 25.10.2026 | Monika Wurft

Schlehenfrüchte

Herbstzeit ist Wildfrüchtezeit und die Ernte der Schlehen steht an. Der drei bis sechs Meter hohe Strauch ist an seiner schwarzen Rinde und seinen spitzen Dornen gut zu erkennen. Die Schlehe (Prunus spinosa) gehört zu den Rosengewächsen und ist mit Hagebutte und Weißdorn verwandt. Ab März, vor dem Blattaustrieb, taucht sie mit ihren duftenden Blüten ganze Gebüschsäume in ein weißes Blütenmeer.

Jetzt im Herbst sind ihre runden, schwarzblauen, etwa einen Zentimeter großen Früchte erntereif. Wer Schlehen direkt vom Strauch nascht, weiß: Nach den ersten Frösten sind sie viel weicher und schmecken süßer. Vollbepackt mit Fruchtsäuren, Gerbstoffen, Bitterstoffen und Vitamin C stärken sie die körpereigenen Abwehrkräfte und lassen sich zu Saft, Mus, Schnaps oder Likör verarbeiten.

Für einen Schlehenlikör setzt man 300 Gramm Früchte mit einem Liter Schnaps, 200 Gramm braunem Zucker und einer halben Zimtstange an. Geduld ist angesagt, denn frühestens nach drei Monaten sollte man das erste Schlückchen genießen.

Foto: © Monika Wurft