Horche Se Mol! – „Das letzte Wort hat das Experiment“ Horche se mol | 28.06.2025 | David Pister

Brian Moser

Brian Moser ist seit Anfang des Jahres Junior­professor für Experimentelle Teilchenphysik an der Universität Freiburg. Um ein Haar wäre der 30-­Jährige zum Philosophen geworden. Warum es doch anders kam – und welche südbadischen Köstlich­keiten er in England besonders vermisst hat.

Wie würden Sie einem sechs­jährigen Kind erklären, was Sie machen?

Die Frage, die ich mit meiner Forschung beantworten will, lautet: Was sind die fundamentalen Bausteine, aus denen alles um uns herum aufgebaut ist und wie verhalten sie sich zueinander. Wenn ich jetzt eine Tasse auf den Boden werfe, zerbricht sie in viele Teile. Dann trete ich darauf und Scherben brechen zu immer kleineren Teilen. Die Frage ist, ob es irgendwann ein Limit gibt: Also gibt es irgend­etwas, wie der kleinste Lego-Baustein, der nicht mehr teilbar ist?

Wollten Sie schon immer in diese Richtung gehen?

Ich war schon in der Schule gut in Physik und fand das Fach interessant, weil es sich mit fundamentalen Fragen auseinandersetzt. Als ich mich für ein Studium entscheiden musste, schwankte ich zwischen Physik und Philosophie. In der Philosophie gibt es verschiedene Strömungen, die über unterschiedliche Weltanschauungen streiten. Das gibt es in der Physik zwar auch. Das letzte Wort hat aber das Experiment.

Amsterdam, Genf, Oxford – Sie waren viel unterwegs. Wie ist es, zurückzukehren?

Ich komme aus Elzach und habe in Freiburg studiert. Ich bin super froh, wieder hier zu sein. Ich bin nah bei meiner Familie und meinen Freunden von früher. Im Winter fahre ich gern Ski, dafür ist die Lage optimal. Auch in Bezug auf das englische Essen bin ich froh, wieder hier zu sein. Spätzle, Brägele, Flammkuchen – das badische Essen habe ich schon vermisst. Mit dem englischen Frühstück bin ich nie so ganz warm geworden.

Foto: © David Pister