Horche Se Mol! – „Erfrischend und Ideenreich“ Horche se mol | 22.12.2025 | David Pister
Julia Sohn (32) und Burkhard Schopferer (38) lieben Sekt. Ihr Instagram-Kanal „ichtrinknsektvielleicht“, auf dem sie Sekt mit Wetten-Dass-Gedächtnis-Schwimmbrillen blindverkosten, hat die Million-Aufrufe-Marke geknackt. Eigentlich sollte er nur Aufmerksamkeit für Schopferers ersten eigenen Sekt schaffen – inzwischen läuft er aus purem Spaß.
Wie kamt ihr darauf, Sekt blind zu verkosten?
Schopferer: Letzten Sommer haben wir immer wieder Sekt probiert, gefachsimpelt und gemerkt, wie viel Spaß das macht. In meiner Zeit in der Branche habe ich festgestellt, wie bereichernd es ist, mit „fachfremden“ Menschen Wein und Sekt zu verkosten.
Sohn: Wir sind eigentlich zu dritt: Sebi hatte die Idee, Videos davon aufzunehmen, wie Burki und ich Sekte probieren. Uns ist aufgefallen, wie voreingenommen man ist durch Name, Marke oder Preis. Blind zählt nur der Geschmack.
Was steckt hinter euren Bewertungskategorien – Biesel-Skala, Aszendent und Sternzeichen?
Sohn: Die Biesel-Skala ist nach einem Hochschullehrer von uns benannt – er hat statt 15 Punkten immer „nur“ 14 Punkte vergeben. Nach dem Motto: Perfekter als perfekt gibt es nicht. Die höchste Punktzahl, die wir je vergeben haben, sind 13 Punkte. Ob ein Sekt jemals die legendären 15 Punkte erreichen wird, weiß niemand …
Schopferer: Der Aszendent beschreibt bei uns den Charakter eines Sektes, Kaktuseis oder Ibuprofen 400 zum Beispiel. Das Sternzeichen das Setting – Schlagerdisco, französische Patisserie oder Open-Air-Kino. Oft ist das aussagekräftiger als die Bandbreite an Fachvokabular.
Wann darf man euren eigenen Sekt entkorken – und welchen Aszendenten wird er haben?
Sohn: Burki ist der Winzer, das ist ganz allein sein Projekt. Nice wird er auf jeden Fall!
Schopferer: Das „Sektgut“ – der Betriebsname ist noch inoffiziell – führe ich zusammen mit meiner Frau Stansje Steiger. Meinen ersten Sekt wird es Ende 2026 geben. Welchen Aszendenten er bekommt, werden wir in der Blindverkostung sehen. Hoffentlich: „geiler Hefebrägel“.









