»Bauturbo ein laues Lüftchen« – Siedlungswerk startet erfolgreich an der Wippertstraße Bauträger | 21.08.2025 | Lars Bargmann
Tram vor der Tür, Ruhe im Innenhof: An der Ecke Merzhauser und Wipperstraße hat jede
Wohnung mindestens eine Loggia oder Terrasse.
Das Warten auf die Wippertstraße hat ein Ende: Ende Juli feierte das Siedlungswerk den Spatenstich für die markante Eckbebauung an der Merzhauser Straße. Es gibt je 15 Eigentums- und geförderte Mietwohnungen – und eine Kita. Und es gab klare Worte von Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag und Siedlungswerk-Geschäftsführer Norbert Tobisch.
Markus Hogenmüller, der als Leiter der Geschäftsstellen in Freiburg und Rottweil das Projekt verantwortet, hat nicht damit gerechnet, dass es schon kurz nach dem Spatenstich für 7 der 15 Eigentumswohnungen schriftliche Kaufzusagen gibt und obendrein drei Reservierungen: „Das ist extrem erfreulich.“ Er sprach vor rund 100 geladenen Gästen von einem „architektonisch und städtebaulich attraktiven“ Projekt. „Wir zeigen hier, dass qualitätsvoll und bezahlbar machbar ist.“ Wohnen sei kein Luxusgut, sondern Menschenrecht.
Siedlungswerk-Chef Tobisch spielte bei seiner Rede auf die vielen politischen Verlautbarungen wie Bauturbo und Deregulierung an und konterte diese so: „Der Bauturbo ist nicht mehr als ein laues Lüftchen. Ein Turbo geht nur, wenn vorne der Motor läuft.“

Beim Sandeln (v.l.): Ulrich Moosmann, Norbert Tobisch, Frank Winterhalter, Martin Haag und Markus Hogenmüller
Martin Haag nickte. Was den Baubürgermeister ärgert, ist die im Land neu verankerte Genehmigungsfiktion (wenn die Behörde einen Bauantrag nicht spätestens nach drei Monaten bescheidet, gilt der Antrag als genehmigt). „Was wir von Bund und Land brauchen, sind echte Vereinfachungen im Baurecht und viele, verlässliche Fördermittel. Genehmigungsfiktionen sind eine Bankrotterklärung der Politik, wir wollen hier in Freiburg keinen Kontrollverlust.“
Das vom Büro Böwer Eith Murken – die Freiburger hatten den Wettbewerb für die Bebauung gewonnen – in C-Form kreierte Bauvorhaben hat insgesamt 2730 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Die Wohnungspreise liegen im Schnitt bei 5680 Euro. In der günstigsten kostet der Quadratmeter nur 5136 Euro.
Für Freiburger Verhältnisse sind das Schnäppchen. Allerdings gehört das Areal immer noch der Waisenhausstiftung, die bei den Erbbauzinsen alles andere als zimperlich ist. So müssen die Käufer auch noch zwischen 160 und 320 Euro monatlich an die Stiftung zahlen. Der Erbbauvertrag hat eine Laufzeit von 75 Jahren.
Aktuell läuft auf dem Grundstück die statische Bodenertüchtigung, im Frühjahr 2028 sollen die neuen Eigentümer und Mieter einziehen. Die Mietwohnungen wird die Siedlungswerk GmbH, die zu drei Vierteln dem Bistum Rottenburg-Stuttgart und zu einem Viertel der Landesbank Baden-Württemberg gehört, in den eigenen Bestand übernehmen, zu dem mittlerweile rund 5500 Einheiten zählen.
Direkt ans Bauvorhaben schließt eine sichtlich in die Jahre gekommene zweigeschossige Bebauung an. Und auf der anderen Seite steht ein zweigeschossiges Pendant. Nicht nur städtebaulich wäre es wünschenswert gewesen, wenn diese beiden Flurstücke die deutliche Aufwertung in dieser guten Lage mitgemacht hätten.
Visualisierung: © Link3D; Foto: © bar









