»Unter starkem Druck« – Trotz Umsatzrekord: Schwarzwaldmilch blickt auf schwieriges Geschäftsjahr Unternehmen | 19.07.2023 | Philip Thomas

Die Führungsriege rechnet mit weiteren Preissteigerungen (v.l.n.r): Heinz Kaiser, Andreas Schneider, ­Markus Kaiser und Björn Beckmann Die Führungsriege rechnet mit weiteren Preissteigerungen (v.l.n.r): Heinz Kaiser, Andreas Schneider, ­Markus Kaiser und Björn Beckmann

Die SchwarzwaldmilchGruppe hat im Geschäftsjahr 2022 trotz weniger Absatz einen Rekordumsatz von 248,3 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einer Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zu 2021 (232,1 Millionen Euro). Der Gewinn fiel mit 1,4 Millionen um 800.000 Euro geringer aus als 2021.

Verantwortlich für das ertragreichste Geschäftsjahr des 1930 gegründeten Unternehmens mit Werken in Freiburg und Offenburg waren die höheren Preise, die für 7,1 Prozent Wachstum im Markengeschäft sorgten. Umsatztreiber darin waren die Linien Schwarzwaldmilch (+ 19 Prozent), -Protein (+ 12 Prozent) und -Heimat (+ 11 Prozent).

Bei Bio-Produkten verlief der Trend im Geschäftsjahr 2022 rückläufig. „Dies ist auf die inflationsbedingte, allgemeine Kaufzurückhaltung zurückzuführen, insbesondere bei den Herstellermarken“, sagt Geschäftsführer Andreas Schneider. Mit dem Bio-Label verbinden zahlreiche Kunden demnach erhöhte Kosten.

Unter dem Strich steht bei Schwarzwaldmilch ein Gewinn von 1,4 Millionen Euro. „Das Jahr war geprägt von massiven Kostenveränderungen“, kommentiert Schneider. An seine genossenschaftlichen Milchbauern zahlte der Konzern je Liter durchschnittlich 53,53 Cent für konventionelle Milch sowie 66,79 Cent für Biomilch. Damit überwies Schwarzwaldmilch vergangenes Jahr rund 30 Millionen Euro mehr an Milcherzeuger als im Jahr 2021.

Laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Markus Kaiser war das zwingend notwendig: „Die Kosten für Dünger, Futtermittel oder Diesel sind explodiert.“ Trotzdem kündigten 24 Betriebe ihren Vertrag mit Schwarzwaldmilch zum Jahresende 2024. „Das Unternehmen steht seit September 2021 unter starkem Druck“, kommentiert Schneider. So eine Marktentwicklung habe es noch nie gegeben.

Insgesamt investierte Schwarzwaldmilch 4,3 Millionen Euro. Dazu zählt auch die Übernahme von „Landliebe“-Markenlizenzen für Frischmilch im Glas und Milchmischgetränke. „Das ist ein strategisch wichtiger Schritt“, betont Schneider. Bis Jahresende rechnet der Geschäftsführer nicht mit Entlastungen: „Wir haben keine Absenkungen gesehen. Wir müssen von weiteren Preissteigerungen ausgehen.“

Foto: © Jonas Conklin