Heimspiel: »Radfahren ist eine Sucht für mich« STADTGEPLAUDER | 22.06.2022 | Pascal Lienhard

Michael Denz

364 Teams, 7873 Radler·innen, mehr als 1,7 Millionen gefahrene Kilometer – das ist das Ergebnis des Freiburger Stadtradelns. Damit haben die Teilnehmenden in drei Wochen mehr als vier Mal die Strecke zum Mond zurückgelegt. Eine Zahl ist besonders astronomisch: Der 44-jährige Michael Denz ist 2426 Kilometer gefahren – das entspricht rund 116 Kilometern pro Tag.

„Ich bin ein passionierter Radfahrer, gerade komme ich von einer Kandel-Tour. Vergangenes Jahr bin ich insgesamt 20.500 Kilometer gefahren. Dieses Jahr stehe ich noch besser da: Stand Juni habe ich mit Mountainbike und Rennrad bereits 9500 Kilometer hinter mich gebracht, allein im Mai waren es 2888 Kilometer. Das Stadtradeln hat mich dann motiviert, noch mehr zu fahren, als ich das ohnehin schon mache.

Meinen Arbeitsweg lege ich meistens mit dem Rad zurück. Der Weg ist zwar nicht allzu lange – ich wohne in Oberrimsingen und arbeite in Freiburg auf der Haid. Das macht pro Fahrt 13,8 Kilometer. Allerdings wähle ich oft nicht den direkten Weg, lieber starte ich etwas früher und mache noch einen Umweg. Dann können auch schon einmal 30 oder 40 Kilometer pro Strecke zusammenkommen. Aber man muss eben viel fahren, sonst wird das nichts mit dem ersten Platz.

Viele Routen habe ich in den drei Wochen mit einem Arbeitskollegen zurückgelegt. Gleich am ersten Tag der Aktion haben wir eine Strecke von etwa 200 Kilometern hinter uns gebracht. Da kommt mit der Zeit gut was zusammen. Auch wenn es wettbewerbstechnisch wahrscheinlich nicht so schlau war, Strecken zu nehmen, die enorme Höhenkilometer haben. Das bringt einem ja auf dem Blatt nichts. Und das waren zum Teil schon schwierige Routen. Da haben wir uns gedacht: So blöd kann doch niemand sein. Dennoch sind wir auf diese Weise viele schöne Touren gefahren.

Die Tracking-Funktion der Stadtradeln-App habe ich meistens nicht genutzt, damit hatte ich technische Probleme. Ich habe ein anderes Programm genutzt, dass ich schon länger kenne. Hinterher habe ich die Kilometerzahl manuell übertragen. Das kann natürlich kontrolliert werden.

Man kann es wahrscheinlich nicht anders sagen: Das Radfahren ist eine Sucht für mich. Daher bin ich auch froh, dass die Aktion nach drei Wochen wieder vorbei ist. An den 21 Tagen saß ich schließlich mit einer Ausnahme immer im Sattel. Am schwächsten war wohl die dritte Woche, da bin ich nur auf 700 Kilometer gekommen. Ich glaube, dass meine Frau schon etwas entnervt war, wenn ich wieder loswollte, um noch ein paar Kilometer zu machen.“

Foto: © Markus Jenner