Wendiges Maultier – chilli-Test: Was kann das „nachhaltigste E-Lastenrad der Welt“? Mobilität | 21.04.2026 | Till Neumann

Elchtest auf Cargobike: Till testet das Muli Cycle EU Elchtest auf Cargobike: Till testet das Muli Cycle EU

Größer als Esel, kleiner als Pferd. Mulis werden geschätzt für Ausdauer und Robustheit. Kein Wunder, dass das E-Cargo-Bike Muli Cycle seinen Namen dem Tier verdankt. Macht das Reiten darauf Spaß? Wie bockig kann es werden? chilli-Redakteur Till Neumann ist probegefahren kurz vor der Freiburger Spezialradmesse Spezi.

Im Freiburger Laden „Fahrradspezialitäten“ an der Rehlingstraße steht so manch ausgefallenes Rad. Doch an diesem Donnerstag bekommt der Redakteur ein ganz besonderes Exemplar: das Muli Cycle EU. Die Kölner Hersteller feiern es als nachhaltigstes E-Lastenrad der Welt“. 90 Prozent Wertschöpfung in der EU, versprechen sie.

Auch Fahrradspezialitäten-Chef Dominik Langner schwärmt: „Das hat krass Power.“ Dennoch sei es kompakt, ein Leichtgewicht. Rund 35 Kilo sind es laut Herstellerangaben. Die Radschmiede Muli Cycles setzt mit dem Bike auf Wildheit und Wendigkeit.

Was gleich auffällt: Die Ladefläche vorne bietet Platz, kann aber auch zusammengeklappt werden. Mit einem Klick wird der Transportkorb zum schlanken Körbchen. Das Muli ähnelt dann fast einem stinknormalen Fahrrad.

Die ersten Meter sind schnell geschafft. Der Motor schiebt im Modus Tour kräftig nach vorne – das Bike lässt sich leicht steuern. Ein Bosch Performance Line CX-Motor der 5. Generation steckt dahinter: 250 Watt Leistung und satte 85 Newtonmeter Drehmoment liefert das Ding. Eher stabiles Rennpferd als wackeliger Esel.

Die linke Hand steuert die Elektronik. Die rechte eine 9-Gang-Schaltung, die Laune macht. Schon geht’s zum ersten Härtetest: Ich hole ein massives Rollbrett auf dem Lorettoberg. Der schmale Weg nach oben ist steil. Doch dem Muli macht das nix. Ohne zu schwitzen oder zu wackeln geht’s hoch zum Schlosscafé.

Auch mit Ladung vorne drin läuft das tadellos. Etwas verwirrend nur: Bei jedem Stopp springt die Schaltung zurück in den dritten Gang. Das Rattern klingt nach Fehler, bis ich verstehe, woran es liegt.

Dann der nächste Elchtest: Wie viele Bierkisten gehen in den Korb? Fünf habe ich da. Drei große und eine kleine passen rein. Ordentlich. Den Rest hole ich später. Auch beladen schiebt der Motor saftig, und das Rad tut, was es soll.

Clever gemacht: Je nach Modus des E-Motors leuchtet die Schaltung in einer Farbe. So sieht man schnell, was aktiviert ist. Oder schaut auf das Display. Es zeigt auch Geschwindigkeit, Reichweite, Akkustand und vieles mehr an.

Nach drei Stunden radeln steht fest: cooles Bike. Gemacht für Menschen, die Lasten transportieren, aber trotzdem kein dickes Schlachtross reiten möchten. Das Muli ist kompakt und vielseitig. Hat als EU-Variante dafür auch einen stattlichen Preis: rund 6800 Euro fallen an. Doch das zahlen manche gerne. Auf der Herstellerseite heißt es: ausverkauft. 

Spezialradmesse Spezi

Die Internationale Spezialradmesse Spezi steigt am 25. und 26. April auf dem Messegelände Freiburg. Neben Lastenrädern wie dem Muli Cycle können dort auch Tandems, Falträder oder Seniorenräder entdeckt und getestet werden. Mehr auf: spezialradmesse.de.

Fotos: © Till Neumann