Buch-Tipp: Moscow Mule – In den falschen Betten 4Literatur & Kolumnen | 21.11.2025 | Erika Weisser

Cover-Moscow-Mule

Moscow Mule ist ein Cocktail, zu dem es außer Limettensaft und Ginger Beer jede Menge Wodka braucht. Was bestens zu Maya Rosas Debütroman passt: Darin streunen die Protagonistinnen Karina und Tonya oft ordentlich alkoholisiert durch ihr universitäres Moskauer Leben.

Auf der Suche nach legalen Wegen aus einem Land, dem von der ohnehin labilen Demokratie nur der beschönigende Name geblieben ist, stolpern die Freundinnen durch Büros für Auslandsstipendien, durch Botschaften visumgebender Länder, durch die Betten angeblich einflussreicher Party-Bekanntschaften.

Und nicht immer sind ihre Erlebnisse so amüsant wie in der Eingangsszene, in der sich die beiden mit allen Mitteln der Fingerkunst vergeblich damit abmühen, „von ihm eine ordentliche Erektion zu bekommen“. Und hernach vielleicht das Geld für einen Passierschein. Doch mit dem nötigen Wahnsinn meistern sie jede Situation, kommen ihrem Ziel sogar näher.

Dass sie sich dabei voneinander entfernen, ist für Karina zwar schmerzhaft, doch sie gibt nicht auf. Aus dem orientierungslosen Spiel ist echter politischer Freiheitsdrang geworden, den sie konsequent verfolgt. Witzig und klug erzählt die Autorin, die seit 2011 in Berlin lebt, von einer Achterbahnfahrt der Selbstermächtigung.

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Moscow Mule
von Maya Rosa
Verlag: Penguin, 2025
320 Seiten, Hardcover
Preis: 24 Euro