Buch-Tipp: Wir Töchter – Verwobene Lebenswege 4Literatur & Kolumnen | 02.03.2026 | Erika Weisser
Vier Frauen, die über zwei Jahrhunderte eine Familie bilden: Mit poetischer Klarheit verknüpft die aus Polen stammende Freiburger Autorin Oliwia Hälterlein die unsichtbaren Bande zwischen Cecylia, Marianna, Róža und Waleria.
Waleria ist die Letzte in der Generationenfolge; das erfährt sie nach einer Eierstock-Not-OP. Als ihr die Tragweite dieser Botschaft allmählich klar wird, hat sie, die bis dahin nie einen Kinderwunsch verspürte, ein Gefühl von Verlust. Und das Bedürfnis, sich mit ihrer Mutter Róža über Herkunft und Zukunft auszutauschen. Deren Feststellung „Auch das hast du von uns“ macht sie neugierig; sie erkundet die Lebenswege ihrer Großmutter Marianna und deren Mutter Cecylia, die eine besondere Beziehung zu ihrer Enkelin Róža hatte – wie Walerias Großmutter Marianna zu ihr. Und umgekehrt.
Sie erinnert archaische Landschaften, bäuerliches Leben, schützende und wärmende Frauenkörper, abgearbeitete und dennoch tröstende Hände, Krieg, Veränderung, Umzug in ein anders Land. Sie erzählt vom Verlust und Wiederfinden der Muttersprache und von Geschichten, die mit ihr zu Ende gehen.
Das Buch ist ab 20. Februar im Handel; am 11. März bringt die Autorin es zur Lesung in der Reihe Freiburger Andruck: 19 Uhr, Literaturhaus.

Wir Töchter
von Oliwia Hälterlein
Verlag: C.H. Beck, 2026
357 Seiten, gebunden
Preis: 25 Euro










