Grüezi: Blick aus der Schweiz 4Literatur & Kolumnen | 06.06.2026 | Beat Eglin
Beat Eglin lebt in Muttenz bei Basel. Fürs Lust auf REGIO-Magazin schaut er sich regelmäßig im Dreiländereck um. Abstimmungen, Ängste und Entscheidungen sind in dieser Ausgabe seine Themen.
In der Schweiz dürfen sich die Stimmbürger mehrmals jährlich über Gemeinde-, Kantons- und Bundesvorlagen äussern. Bei der Bundesvorlage zur Individualbesteuerung nahmen 56 Prozent der Stimmberechtigten teil. Die Vorlage wurde mit über 54 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Nach einer Übergangsfrist werden alle Steuerpflichtigen einzeln besteuert. Bei Ehepaaren werden nun die Einkommen und Vermögen nicht mehr zusammengezählt und besteuert. Es gibt zwar gewisse Abzüge für Familien. Man sprach aber immer von der Heiratsstrafe, weil diese Paare oft mehr bezahlen müssen als Einzelpersonen. Dafür haben sie den Vorteil, dass sie auch Witwen- und Waisenrenten erhalten. Gerecht für alle wird es aber auch mit dem neuen System nicht werden.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zuwanderung. Die Bevölkerung wächst jedes Jahr stark. Eine Volksabstimmung will die Einwohnerzahl (jetzt ca. 9.1 Mio.) auf 10 Millionen beschränken. Die Industrie möchte keine Beschränkungen, da sie dringend Personal benötigt. Neben den Arbeitskräften kommen aber je nach weltweiter Konfliktsituation auch viele Migranten ins Land. Alle brauchen Wohnraum. Sie benutzen die Infrastruktur, die aber besonders im Verkehrsbereich nicht Schritt halten kann. Eine grössere Bevölkerung braucht auch wieder mehr medizinische Versorgung, Läden, Dienstleistungen und vieles mehr. Die eine Seite plädiert für offenere Grenzen, um das Wirtschaftswachstum zu gewährleisten. Die Gegner meinen, dass die Probleme durch Zuwanderung nur noch grösser werden. Eine Wohnung zu finden ist in vielen Regionen sehr schwierig. Die Mieten schiessen wegen der hohen Nachfrage und weil neu gebaut werden muss in die Höhe. Zudem zeigt die Statistik, dass Ausländer generell und speziell solche aus gewissen Regionen überdurchschnittlich in der Verbrechensstatistik zu finden sind.
Es werden gegenwärtig unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert. Das Volk bildet sich wieder eine Meinung und entscheidet mit seiner Stimme am 14. Juni 2026 an der Wahlurne.
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