Nachgewürzt! – Einfach ausgezeichnet! 4Literatur & Kolumnen | 29.07.2025 | Lars Bargmann
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat den US-Präsidenten Donald Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Als ich das gelesen habe, habe ich sofort gedacht: Klar, wer hätte den noblen Preis mehr verdient als der ja vor allem durch seine Noblesse auffällige Trump.
Nach weiteren Gründen braucht das Nobel-Komitee gar nicht lange zu suchen: Trump greift ganz friedlich nach Grönland, er bat das kanadische Volk höflich, sich doch als 51. Bundesstaat umetikettieren zu lassen – oder 61 Milliarden Dollar fürs US-Raketensystem zu blechen. Er besprach sich in trauter Runde mit dem Golf von Mexiko – und beide kamen zu dem Schluss, dass Golf von Amerika einfach more sexy klingt. Trump kann sogar Frieden schaffen mit Waffen, wie er im Iran unlängst gezeigt hat. Also ja, sicherlich gehört Donald zum engsten Favoritenkreis.
Es gibt aber auch noch andere Auszeichnungen, die weit in die Welt strahlen: Dem Vernehmen nach soll Wladimir Putin den Nobelpreis für Grenzerfahrungen bekommen, Jair Bolsonaro ist für den World-wide-Waldschützer-Award im Gespräch und Viktor Orbán soll den Leuchtfeuer-der-Freiheit-Preis bekommen – direkt aus Händen von Jury-Vorständin Alice Weidel. Der ungarische Staatslenker wäre, wenn es damit klappt, sogar gleich doppelt ausgezeichnet: Er gilt auch als Favorit für den „Freedom-of-Speech-Award“ der deutschen Welle.
Doch es geht noch verdienter: Nach Recherchen irgendeines Netzwerks soll FIFA-Präsident Gianni Infantino während der kommenden WM in Übersee zunächst für seinen langen und intensiven Kampf gegen Korruption ausgezeichnet werden. Weil aber dann noch während der WM – von Infantino und anderen ausgezeichneten Menschen von langer Hand geplant – die Co-Gastgeberländer Mexiko und Kanada als neue Bundesstaaten in die USA emigrieren, kriegt der FIFA-Chef noch die goldene Ehrenurkunde für Völkerverständigung.
Überreicht übrigens von Saudi-Arabiens Premier Mohammed bin Salman. Der kennt das alte Spiel von Geben und Nehmen aus dem Effeff. Er gibt die Urkunde und nimmt dann die gute alte Auszeichnung „Säge des Jahrzehnts“ mit nach Hause.
Herzlichst, Lars Bargmann
(der nur dann die chilli-Schote am goldenen Band vergibt, wenn unser Kolumnist Volkmar Staub mal wirklich nicht kann)
Foto: © Neithard Schleier









