Nachgewürzt! – Oma statt UNO 4Literatur & Kolumnen | 01.03.2026 | Volkmar Staub
Volkmar Staub, geboren in Lörrach, lebendig in Berlin, vergibt im chilli die Rote Schote am goldenen Band.
Sag mir, wo sind die internationalen Regeln hin, wo sind sie geblieben? Von der Weltpolitik Moral zu erwarten, ist etwas naiv. Zurzeit ist alles durcheinander. Keiner hält sich mehr an bisherige Gepflogenheiten. Die selbsternannten Herrscher dieser Welt glauben sich alles erlauben zu können: Lügen, verleumden, andere Länder überfallen, Demonstranten abschlachten, was immer ihnen einfällt und wann immer es ihnen beliebt.
Die politischen Seminare an den Unis laufen heiß. Meine Oma hatte noch einen klaren politisch-moralischen Kompass, ganz ohne Studium. Sowohl zu Putins Angriffskrieg als auch zu Trumps Coup, Maduro festzusetzen und den souveränen Staat Venezuela anzugreifen, hätte sie gesagt: „Sowas macht man doch einfach nicht.“ Sie hatte das sensible Gespür für das, was Recht und Unrecht ist.
Obwohl sich unsere feministische Außenpolitikerin Anna Lena den Vorsitz in der UN-Vollversammlung erschlichen hat, hörte man von dort nur den lauwarmen Satz, dass alle das Völkerrecht einhalten müssen. Aber was soll man von der UNO schon erwarten, eine Organisation, die sich nach einem Fiat benannt hat? Die UNO hat ja keine eigene Eingreiftruppe, um das Völkerrecht durchzusetzen. So wenig wie meine Oma.
Die regelbasierte Weltordnung ist vorbei. Wenn sie denn je da war. Und wer hat die Regeln bestimmt und wer hat sich daran gehalten? International gilt zurzeit das Recht des Stärkeren statt die Stärke des Rechts. Wenn ich auch nicht weiß wie, wir müssen die Menschenrechte und die Souveränitätsrechte wieder stärken und damit die politisch Rechten schwächen.
Heißt das, dass wir Europäer völlig hilflos sind, wenn Trump doch noch zu seinem nächsten Coup ansetzt, das dänische Königshaus festsetzt, in Guantanamo interniert und sich Grönland unter den Nagel reißt? Nein. Wir reißen dann alle das Fenster auf und schreien in die Welt hinaus: „Sowas macht man doch einfach nicht.“ Und ich plädiere dafür, dass meine Oma eine eigene Eingreiftruppe bekommt. Wenn Anna Lena wenigstens das durchsetzen könnte, dann wäre sie vielleicht doch am richtigen Platz in New York.
Eine scharfe Chilli-Schote in die Suppe von allen Gewaltpolitikern.
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