Höchste Auszeichnung für Neubau: Badenova gewinnt Platin-Medaille der DGNB Featured | 25.11.2021 | Lars Bargmann

Neubau Badenova

Nach dem Verwaltungsgebäude 3 in 2014 hat auch der jüngste Neubau der Badenova AG von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) die Platin-Medaille erhalten. Das ist in der Region Südbaden einzigartig. Und das Höchste, was Bauherren bei der DGNB erreichen können.

„N“. Das ist derzeit der Lieblingsbuchstabe von Badenova-Technikvorstand Heinz-Werner Hölscher. „N“ steht für Nachhaltigkeit und für „New Work“. Dass der von Matthias Schöffing, Leiter der Tochter BN-Netze, verantwortete Neubau besonders nachhaltig ist, bestätigt jetzt ganz offiziell die DGNB-Plakette. Dass New Work keine ­hohle Phrase ist, lässt sich beim Rundgang durch das vom ­Architekten Harry Vogt geplante Gebäude ­unschwer erkennen: Große Räume mit flexiblen Raumtrennern, Kommunikationsinseln, grüne Wände, stille und kommunikative Bereiche, stylische Pantry-Küchen auf jedem Stockwerk. Gut gelungen ist der das neue und das Bestandsgebäude verbindende Glaskubus, gelungen auch das runde Treppenhaus, das deutlich attraktiver ist als die irgendwo versteckten Aufzüge – ein Anreiz für die rund 350 Mitarbeiter, sich zu bewegen. Attraktiv zudem der Campus-Park vor dem Neubau (1,34 Mio.), der nicht nur einen Trinkbrunnen und Pavillons, sondern auch kabellos ans Internet angedockte Arbeitsplätze im Freien bietet.

Für Platin reicht es nur, wenn ökologische, ökonomische, soziokulturelle, funktionale, technische und prozesshafte Qualitäten miteinander gedacht, geplant und umgesetzt werden. Der Erfüllungsgrad von 86,8 Prozent ist auch bundesweit ein Topwert. „Bereits zwei Mal mit einem Bau diese hohen Kriterien zu erfüllen, ist einmalig in Freiburg und damit herausragend“, kommentierte DGNB-Auditorin Andrea Wurm. „Auf dieses Ergebnis kann die Badenova stolz sein“, sagte auch Andrea Katzer-Hug, Amtsleiterin vom städtischen Gebäudemanagement Freiburg (GMF).

Gruppenbild Badenova

Trio mit Trophäe: Architekt Harry Vogt, DGNB-Auditorin Andrea Wurm und Vorstand Heinz-Werner Hölscher (v.l.) bei der Siegerehrung.

Die Hauptverdächtigen bei der Suche nach dem Verantwortlichen für das sehr gute Ergebnis sind im Untergeschoss angesiedelt: Hochmoderne Lüftungs-, Heizungs- und Kälteanlagen sowie ein biogasgetriebenes BHKW haben hier ihre Herzen. Die Lüftung liefert pro Stunde 34.000 Kubikmeter gereinigte Frischluft – mehr als ausreichend für die 344 Arbeitsplätze.

Die Decken sind bauteilaktiviert, in ihnen liegen Leitungen, durch die warmes wie kaltes Wasser strömen kann. Auf dem Dach liefern 312 Solarmodule 96,5 kWp (Kilowatt-Peak) Leistung und versorgen so das Haus mit Strom. 4,942 Millionen Euro und damit fast ein Drittel der Baukosten (16,1 Mio.) haben allein die Technischen Anlagen gekostet, wie Schöffing vorrechnet.

Dafür gibt es auf einer Nutzfläche von insgesamt 5430 Quadratmetern 4700 Quadratmeter Büro- und Besprechungsräume. Die Bauteilaktivierung ist aufs kleinstmögliche Raster zugeschnitten, je drei Fensterreihen bilden eine steuerbare Einheit. Wenn hinter den ersten drei Reihen eher wärmebedürftige Menschen arbeiten, könnten hinter den drei nächsten Reihen auch kühlere Naturen sitzen.

Der Neubau ist vor allem für Mitarbeiter der Konzerntöchter BN-Netze und RegioData, hat 108 Autostellplätze (38 mit E-Ladesäulen) und einen Fahrradparkplatz mit 14 E-Bike-Ladestationen. „Wir sind uns unserer Vorbildfunktion in der Region bewusst“, so Hölscher, „dass wir bei unseren eigenen Gebäuden die Messlatte hoch legen, erwächst aus der Selbstverpflichtung zur Energiewende.“

Fotos: © Badenova