Horche Se Mol! – „Einzigartig in Europa“ Horche se mol | 16.09.2026 | Erika Weisser
Am 18. September beginnt im Dreiländermuseum Lörrach (DLM) die Ausstellung „Zuhause – unterwegs. Was Menschen bewegt“. Sie bildet den Auftakt einer bis Ende 2027 währenden Ausstellungsreihe des Netzwerks Museen am Oberrhein. Die Koordination liegt bei DLM-Leiter Jan Merk.
Wie funktioniert das Netzwerk Museen?
Es ist ein offener Zusammenschluss von Museen in Baden, dem Elsass und der Schweiz. Alle vier Jahre organisieren wir gemeinsame Themen-Ausstellungen: 2014/15 zum Ersten Weltkrieg, 2022/23 zum Rhein. 2026/27 steht mit „Zuhause – unterwegs/Ici et ailleurs“ erstmals ein abstrakteres Thema im Mittelpunkt. Ein solches grenzüberschreitendes Netzwerk, das Einblicke in drei oft ganz unterschiedliche nationale Perspektiven ermöglicht, ist einzigartig in Europa. Nach anfänglicher EU-Förderung finanzieren wir uns mittlerweile selbst. Dabei ist der MuseumsPASSMusées ein wichtiger Partner.
Weshalb jetzt dieses Thema?
Seit es Menschen gibt, lassen sie sich nieder und ziehen fort. Es handelt sich also um ein sehr aktuelles und zugleich um ein uraltes Menschheitsthema. Jeder Mensch kann definieren, was für ihn „zu Hause“ bedeutet – und in der globalisierten Welt haben wir alle viele Erfahrungen mit dem Unterwegssein.
Gibt es hier besondere Aspekte?
Wir haben erstaunt festgestellt, dass die Migrationsgeschichte im Dreiländereck erst wenig erforscht ist. Mit unserem Projekt liefern wir Bausteine zu einem Gesamtbild: Die Schweiz, heute bei Einwanderern hoch begehrt, war lange Zeit aufgrund der Armut ein klassisches Auswandererland. Das Elsass hatte mehrfach zwangsweise Wanderungsbewegungen, und wirtschaftliche Krisen haben auch immer wieder Südbaden betroffen – in Lörrach wollen wir uns diesen Fragen schlaglichtartig in Biografien annähern.
Was erwartet die Besucher?
Ganz unterschiedliche Blicke auf das Thema: in Offenburg geht es um den Glauben, im Antikenmuseum Basel heißt es „Seit Jahrtausenden unterwegs“. Das Hafenmuseum Basel thematisiert die Familien auf dem Schiff, in Andlau wird das Elsass als Einwanderungsland vorgestellt. Und in Müllheim verarbeitet der Künstler Rolf Killius in einer Installation aus Naturtönen, Film, Musik und Gesprächen über Daheim- und Unterwegssein seine Wanderung von Basel nach Strasbourg.
dreilaendermuseum.eu/de/netzwerk-museen
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