Kunstraum im Kunstwerk – Ende Februar 2026 wird das komplett sanierte Augustinermuseum eröffnet Kunst & Kultur | 27.10.2025 | Erika Weisser & Lars Bargmann

Sanierung Augustinermuseum

Das Ende ist in Sicht: Die mehr als 20 Jahre währenden Bau- und Sanierungsarbeiten am Augustinermuseum stehen kurz vor dem Abschluss. Beim Rundgang durch die derzeit noch geschlossenen Bereiche des vor 700 Jahren erbauten ehemaligen Klosters nannte ­Jutta Götzmann als Leitende Direktorin der städtischen Museen den Eröffnungstermin: Ab dem 28. Februar soll „dieses Juwel“ endlich wieder als Gesamtwerk für alle Besucher zugänglich sein.

„Das Haus hat Jahrhunderte hinter sich und soll auch noch Jahrhunderte vor sich haben.“ So lautete das optimistische Fazit von Projektleiterin Michaela Hetzel vom städtischen Immobilienmanagement Freiburg (IMF) beim Rundgang im letzten Bauabschnitt im zweigeschossigen Kreuzgang des früheren Konvents. Wie Götzmann zeigte auch sie sich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis des langwierigen, in drei Abschnitten erfolgten und mit Ausgaben von insgesamt rund 91,5 Millionen Euro außerordentlich kostspieligen Umbaus.

Kreuzgang des früherer Konvents

Bei diesem habe man „stets zweigleisig verfahren müssen“: Ziel sei nicht nur der Erhalt dieses für die Stadtgeschichte wichtigen historischen Gebäude-Ensembles für die nächsten Generationen gewesen. Sondern zugleich auch die Schaffung von nutzbaren Innenräumen, die heutigen internationalen Anforderungen an moderne Museen entsprechen und dennoch denkmalgerecht sind.

Das ist nach Auffassung aller Beteiligten geglückt. Trotz aller im Laufe der Bauzeit immer wieder unerwartet aufgetauchten Schäden – wie etwa am inzwischen komplett erneuerten Dachstuhl. Und trotz „vieler Schmerzen“, die das Projekt laut Baubürgermeister Martin Haag den damit befassten Gremien der Stadtverwaltung und des Gemeinderats bereitet hätte.

Nach seiner Auffassung habe man jedoch „Glück im Unglück“ gehabt: Durch private und Stiftungsspenden sowie vor allem auch durch zu Beginn der Bauzeit noch nicht verfügbare Fördermittel aus Bundes- und Landesprogrammen kamen stolze 20 Millionen Euro zusammen, die den Stadtsäckel entlasteten.

Viel Geld floss in die sehr aufwendige Haustechnik, die von einer Zentrale unterm Dach aus gesteuert wird und in den Sälen unsichtbar ist. Und die – neben baudenkmalschutzgerechter Instandhaltungsmaßnahmen – mit stabilem Klima dafür sorgt, dass die hier präsentierte Kunst keinen Schaden nimmt, etwa durch konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Der historische Bau ist jedoch mehr als ein wohltemperierter Aufbewahrungsort für Artefakte. Und auch mehr als ein sorgfältig saniertes Baudenkmal: Das ganze Ensemble ist allein für sich ein Kunstwerk, eine durch viele Jahrhunderte gehende „Präsentation von Bau-Kunstgeschichte“, wie Hetzel sagt.

Das wird an vielen Stellen sichtbar: An der vom Putz befreiten früheren Außenmauer der Klosterkirche, in einem der Räume im ersten OG des Kreuzgangs, an freigelegten Fragmenten gotischer Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert im Treppenhaus oder auch im Zinnengarten des fast fertig res­taurierten Kreuzgangs. Dort soll übrigens ein nicht nur für Museumsbesucher zugängliches Café Einzug halten.

gotische Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert

Info

Das Augustinermuseum wird seit 2004 in drei Bauabschnitten saniert. Bis zu acht Jahre, so dachte man anfangs, würde das dauern. Und bei 23 Millionen Euro an Investitionen gab der Gemeinderat grünes Licht. Im Juli 2023 erhöhten sich diese noch einmal drastisch (wir berichteten) und liegen mittlerweile laut Rathaus bei rund 91,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch rund vier Millionen Euro für die Inneneinrichtung. Der erste Bauabschnitt kostete 17, der zweite 16, der dritte knapp 60 Millionen Euro. Insgesamt gab es 16 Millionen Euro Fördergelder und Spenden. Zudem schaffte es das Kuratorium Augustinermuseum, stolze 2,3 Millionen Euro an Spenden zu akquirieren. Fürs Museum, aber auch für den Erhalt und Erwerb von Kunstwerken.

Fotos: © Patrick Seeger, Erika Weisser