Schwowe Plunder – Leben im NS-besetzten Elsass Kunst & Kultur | 22.10.2025 | Erika Weisser
Es ist 85 Jahre her: Im Oktober 1940 wurde das Elsass von den „Schwowe“, den Deutschen, annektiert und in jeder Hinsicht der NS-Herrschaft unterworfen. Eine Ausstellung im Dreiländermuseum Lörrach beleuchtet die tragische Geschichte.
„Hinaus mit dem Schwowe Plunder“ ist auf dem Plakat zu lesen, auf dem ein Besen mit trikolorem Stiel diverse Nazi-Insignien und einen schwer gerupften Adler aus dem Land fegt. Aus Straßburg: Auf dem stilisierten Münsterturm weht bereits wieder die Trikolore. Das Plakat stammt von einem Illustrator namens P. Sainturat; es entstand im Jahr 1945 und gehört heute zur Sammlung des Dreiländermuseums.

Bücher und Plakate dokumentieren die Nazizeit im Elsass
Dort wird nun dargestellt, was in den knapp fünf Jahren zwischen Annexion und Befreiung mit den zweisprachigen Bewohnern des Elsass geschah, dessen politische Zugehörigkeit seit dem Westfälischen Frieden von 1648 mehrfach wechselte und trotz aller Verträge von deutscher Seite weiterhin beansprucht wurde. Besonders vom NS-Regime: Mit der Ideologie des angeblich ewigen Deutschtums wurden die Elsässer dem Gau Baden angegliedert. Im so entstandenen Gau Oberrhein wurde alles Französische verboten, wurden Lehrer und Beamte ausgetauscht, wurde das gesamte gesellschaftliche Leben und die Presse gleichgeschaltet.
Wie aus den Exponaten hervorgeht, stieß die völkerrechtswidrige Einverleibung in die „Volksgemeinschaft“ nicht überall auf Zustimmung. Spätestens nach der ab 1941 eingeführten militärischen Zwangsrekrutierung junger Männer und der Verpflichtung unverheirateter Frauen zur Arbeit in der Rüstungsindustrie regte sich Widerstand, der oft nicht nur passiv war. Eine erhellende Ausstellung, die zur Aufarbeitung einiger Tabuthemen beitragen kann.
Info
„Elsass Alsace 1940 – 45“, bis 29.11.
Dreiländermuseum Lörrach
Öffentliche Rundgänge und thematische Vorträge im Oktober und November: www.dreilaendermuseum.eu











