Räume für die schönen Künste – Erstaunliche Entdeckungen in Freiburgs Galeriengeografie Kunst & Kultur | 21.09.2025
NSTTTZRWHRKRFTZRSTZNG
In Freiburg gibt es viele und ganz unterschiedliche Kunsträume und Galerien. Auf kleinstem Raum oder großzügigen Etagen, in Einkaufspassagen und Hinterhöfen, in aufgegebenen Schwimmbädern oder Lebensmittelläden, in ehemaligen Fleischereien oder Fischgeschäften, auf einer Liegewiese, in einem Turm oder einem früheren Pförtnerhaus – fast überall finden findige Galeristen erstaunliche Orte für die Kunst, die ihnen am Herzen liegt. Eine Auswahl.
„NSTTTZRWHRKRFTZRSTZNG“ ist an der Tür zum Hinterhaus des Anwesens Basler Straße 13 zu entziffern. Elf Jahre lang – bis 2023 – hieß diese Galerie wie der Inhaber: Marek Kralewski. Dann ertrug er den wachsenden „Chor der Alternativlosigkeit des Kriegs“ nicht mehr.
Überzeugt, dass Arbeit mit Kunst Arbeit am Frieden ist und Kunstgalerien somit „Institute zur Wehrkraftzersetzung“ sind, wählte er diesen bizarr anmutenden Namen. In seinem Institut präsentiert er in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische Positionen der Kunst regionaler und internationaler Künstler. Dort sind ab 21. September Porträts der Karlsruher Malerin Irene von Neuendorff zu sehen.
Schon zehn Tage früher, am 12. September, beendet die um die Ecke in der Kirchstraße 32 ansässige Galerie Claeys ihre Sommerpause mit der Ausstellung „Von Wiesen und Gärten“. Mit Arbeiten von Stamm-Künstlerinnen der Galerie, die bevorzugt künstlerische Positionen von Frauen präsentiert, deren inhaltliche Schwerpunkte bei den Themen Mensch und Natur liegen.
Diese Galerie beteiligt sich, wie „NSTTTZRWHRKRFTZRSTZNG“, an der Nocturne, dem nächtlichen Rundgang durch neun Freiburger Kunsträume am 19. September. Er beginnt um 18 und endet nach 22 Uhr mit einer Party im Museum für Neue Kunst.

Galerie mit Galerien: In der lichten hohen Halle des ehemaligen Männerbads organisiert heute der Kunstverein Ausstellungen.
Mit von der Nocturne-Partie ist auch der Kunstverein in der Dreisamstraße 21. Bei den Ausstellungen des vor 198 Jahren gegründeten Vereins geht es um die Wirkung politischer, sozialer oder ökonomischer Umbrüche, ökologischer Zerstörungen und technologischer Entwicklungen auf die gegenwärtige Kunst.
In der großen und hohen Halle des ehemaligen, zum diagonal gegenüberliegenden Marienbad gehörigen Männerbads werden dann (bis 2. November) Fotografien gezeigt, die die Künstlerin und Barkeeperin Paul Niedermayer bei ihren Bahnreisen nicht nur an der Bar von Bordbistros gemacht hat.

Schöne Räume: Ausstellungen der Galerie im Depot.K
Auch das Depot.K an der Hauptstraße 82 wird von einem Verein getragen. Dieser Projektraum zur Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst bietet etablierten wie unbekannten Kulturschaffenden die Möglichkeit, ihre Arbeit einem interessierten Publikum vorzustellen. Bis 7. September sind dort Malereien von Bärbel Bähr und Collagen von Hege Maria Verweyen ausgestellt, ab 13. September (und bei der Nocturne) gibt es „Fragiles“, ein Gruppenprojekt der GEDOK Freiburg. Dieser Verband zur Förderung von Künstlerinnen hat inzwischen eine eigene kleine Galerie: K 5 in der Konviktstraße 5; die aktuelle Ausstellung heißt „zaubern und zeichnen“ und zeigt Arbeiten von Angelika Link und Carola Faller-Berris.
Ums Zeichnen geht es bei der nächsten Ausstellung in der Galerie Strich und Faden ausnahmsweise nicht. Und auch nicht um Textilkunst, dem anderen Schwerpunkt des Kunstraums, den Monika Häußler-Göschl und Peter Göschl in einer früheren Fleischerei in der Klarastraße 40 eingerichtet haben. Vom 12. September bis 2. Oktober präsentieren sie Arbeiten des Freiburger Fotografen Rudolf Kalthoff. Thema: Wasser, Licht, Vergänglichkeit.

Sommerhaus: Die kleine Galerie der kleinen Künste lädt zum Wohnzimmerbesuch.
In der idyllisch in einem Hof gegenüber der Adelhauser Kirche gelegenen „Galerie der Kleinen Künste“ (Adelhauserstr. 10a) gibt es hingegen keine Pause: In dem winzigen Raum verwirklicht Johanna Urban seit Dezember 2023 ein „Herzensprojekt“ und organisiert jeden Monat neue Ausstellungen, die die Herzen aller Menschen für die Kunst öffnen sollen.
In ihrem „Wohnzimmer, in das man reinbummeln kann“, präsentiert sie bis 30. August metaphysische Malereien von Luigi Anton Scatola. Und schon am 4. September beginnt die nächste Werkschau mit Bildern des kubanischen Künstlers Nelson Ramos Sandoval.

Vasen für die Nocturne: In derStiftung E & K ist alles für die Sequenzen-Ausstellung „Further and Further“ vorbereitet.
Von hier ist es nicht weit zur Stiftung E & K, einem „Space for Visual Art“, den Sandra Eades und Reinhard Klessinger in einer geräumigen Altbauwohnung in der Luisenstraße 1 etabliert haben. Sie haben die Ausstellung, die kurz vor der Nocturne eröffnet werden soll, bereits aufgebaut. „Further and even further“ heißt sie und zeigt offene Bildserien, die sich in den Gedanken fortsetzen, in denen die 15 beteiligten Künstler „keinen Anfang und kein Ende offensichtlich werden lassen“. Anders als die Ausstellung: Sie beginnt am 17. September und endet am 25. Februar 2026.

Figürliches: im Kunstraum Nigra Monahejo beim Schwarzen Kloster.
In dem wunderschönen, von einer Gewölbedecke überspannten Kunstraum Nigra Monahejo in der Passage des Schwarzen Klosters (Rathausgasse 48) startet die nächste Ausstellung schon am 27. August. Die Galerie, die eine Verbindung zwischen zeitgenössischer Kunst und architektonischem Erbe schaffen will und sich als Plattform für regionale Künstlerinnen und Künstler versteht, widmet sich der Kunst der Straße: „Cutwork Orange – Streetart. Graffiti. Schablonenkunst“ heißt die Präsentation einiger Werke von Daniel Gjoka, die den Menschen in einer farbigen Welt thematisiert.

Skulpturenpark auf der Liegewiese
Im Skulpturenpark auf der Liegewiese des Faulerbads geht es ab 21. September weiter. Zu den bereits zu Dauergästen avancierten Objekten gesellen sich neue Arbeiten regionaler Künstler, darunter Sandra Simon Skylar Schmidt, Ulrich Sälzle, Johannes Bierling, sowie Peter Zimmermann und Jörg Siegele, die die dauerhafte Open-Air-Galerie vor 26 Jahren mit Künstlerfreunden initiierten. Bis 13. Juni 2026 sind hier etwa 100 Exponate zu begehen.
Auch in einigen anderen Galerien beginnen im September neue Ausstellungen. Ein Besuch lohnt sich überall.
Infos: www.kunst-in-freiburg.de








