Salbei satt – „Frank’s Salvias“ in Umkirch Special for Homepage | 09.08.2025 | Frank von Berger
Einige wachsen wild und üppig, andere sind zart und fast unscheinbar: Salbei ist weit mehr als das Heilkraut im Hustenbonbon. Der Pflanzenenthusiast Frank Fischer hat in seinem Schaugarten in Umkirch über 300 Arten zusammengetragen. Dort lässt sich die erstaunliche Vielfalt dieser faszinierenden Pflanzengattung mit allen Sinnen erleben.

Der anspruchslose Lippenblütler hats ihm angetan: Frank Fischer ist „reichlich verrückt nach Salbei“.
Seit wir das erste Mal vor einigen Jahren bei „Frank’s Salvias“ reingeschaut haben, hat sich in der Spezialitäten-Gärtnerei am Rande Umkirchs viel getan. Nicht nur das Sortiment der zum Verkauf angebotenen Pflanzen ist enorm gewachsen, auch der Schaugarten neben der Gärtnerei hat sich weiterentwickelt. Dort erwartet die Besucher eine Fülle an Farben, Duft und Aromen. Schwerpunkt ist nach wie vor die Gattung Salbei, botanisch Salvia genannt. Die meisten kennen Salbei als Tee oder Lutschbonbons, um Halsweh und Heiserkeit zu lindern. Doch neben dem Echten Salbei (Salvia officinalis) gibt es eine Vielzahl weiterer schöner und interessanter Vertreter dieser faszinierenden Pflanzengattung. Die Botaniker kennen inzwischen über 900 Arten, die auf fast allen Kontinenten zu finden sind. Frank Fischer sagt: „Ich bin schon reichlich verrückt nach Salbei und weiß gar nicht mehr genau, wie viele Arten und Sorten hier eigentlich wachsen.“ Tatsächlich sind es wohl inzwischen mehr als 300 Arten, und es kommen stets weitere hinzu, denn Frank Fischer ist international vernetzt und bringt von seinen Reisen immer wieder neue botanische Schätze mit.
Duftige Überraschungen
Entstanden ist der Garten ursprünglich, um die private Salbei-Sammlung des Pflanzenenthusiasten in einem schönen Rahmen zur Geltung zu bringen. Nach seiner Ausbildung arbeitete der aus Sasbach am Kaiserstuhl stammende Staudengärtner in verschiedenen Betrieben, unter anderem im niederländischen „De Hessenhof“. Im Lauf der Jahre faszinierte ihn die Gattung Salbei immer mehr und er begann mit seiner Sammlung, die ihn zunächst auf seinen Stationen quasi als „mobiler Garten“ begleitete. Als er im Jahr 2013 die Gelegenheit bekam, auf dem Gelände der Gärtnerei Döring in Umkirch eine Brachfläche in einen Garten zu verwandeln, zögerte er nicht lange.

Um seinen Schätzen die optimalen Lebensbedingungen zu bieten, gestaltete er das Areal unter anderem mit einem künstlichen Hügel, in den große Felsbrocken integriert sind. Hier fühlen sich vor allem alpine Arten, Sonnenanbeter und Hungerkünstler wohl, die in fruchtbarem, feuchtem Boden nicht gedeihen würden. Manche der dort wachsenden Salbei-Arten sind eher unscheinbar und sehen gar nicht so aus, als würden sie zu der vielfältigen Pflanzengattung gehören. Andere Vertreter der Salbei-Sippe haben prächtige Blüten und bilden üppig blühende Büsche mit einer tollen Fernwirkung, so etwa der bis zwei Meter hoch wachsende Guarani-Salbei (Salvia guarantitica) mit blauvioletten Blüten, dessen Blätter beim Zerreiben leicht nach Anis duften. Andere Arten warten ebenfalls mit duftigen Überraschungen auf. „Man darf die Pflanzen streicheln und muss mit den Fingern dabei vor allem die Blätter reiben, damit sich der Duft entfaltet“, fordert Frank Fischer zum Selbstversuch auf. Tatsächlich duftet es – je nach Art und Sorte – dann beispielsweise nach Ananas, Honig oder Melone. „Richtiger Zitronenduft fehlt bei Salbei erstaunlicherweise“, sagt der Gärtner. Aber nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten sind aromatisch. Viele sind sogar essbar und können mit ihren subtilen Aromen pikante und süße Speisen geschmacklich und optisch aufpeppen.


Neben vielen Salbei-Arten (Steppen-Salbei) gibt’s im Verkaufssortiment der Gärtnerei inzwischen auch Stauden, Chilis und Kräuter.
Zukunftsweisender Schaugarten
Die Salbei-Arten werden im rund 1800 Quadratmeter großen Schaugarten in unterschiedlichen Lebensbereichen gezeigt, sowohl im sonnigen Steingarten als auch in Kräuterbeeten und in farblich abgestimmten Rabatten, wo sich andere Stauden und Einjährige hinzugesellen. Die Bepflanzung erfolgte größtenteils mit trockenheitsresistenten Arten, sodass der Garten fast ohne Bewässerung auskommt. Das ist in Zeiten des Klimawandels ein wichtiger Aspekt bei der Gartenplanung und daher wirklich zukunftsweisend.
Durch Selbstaussaat und gezieltes Jäten ist über die Jahre ein natürliches, abwechslungsreiches Bild entstanden, das dem Auge fast ganzjährig etwas zu bieten hat. Dabei ist der Garten für Frank Fischer sowohl ein Quartier für Mutterpflanzen, von denen er Stecklinge und Samen erhält, als auch eine „Spielwiese“. Hier kann er die Gesundheit, Winterhärte und Trockenheitsresistenz der Pflanzen testen und beispielsweise das Wachstum und die Blütenfarben vergleichen. Nur was sich vor Ort bewährt hat, findet schließlich den Weg ins Verkaufssortiment. Nahezu alle dort angebotenen Pflanzen werden in der Gärtnerei selbst vermehrt und ohne Pestizide in torffreiem Substrat kultiviert. Die Pflanzen gibt es übrigens ausschließlich zur entsprechenden Jahreszeit, nichts wird künstlich verfrüht, nur um als Erster am Start zu sein.
Besondere Pflanzenschätze
Inzwischen hat sich die Gärtnerei so weit entwickelt, dass es an drei Tagen in der Woche feste Öffnungszeiten gibt. Das Angebot umfasst neben vielen Salbei-Arten und -Sorten auch ein breites Spektrum an Stauden sowie zahlreiche Duftpflanzen und Kräuter, darunter viele Sorten winterharten Bohnenkrauts (Satureja montana), ausgefallene Minzen und echte Raritäten. Viele dieser Pflanzenschätze gibt es weder im Gartencenter noch in konventionellen Gärtnereien, was „Frank’s Salvias“ für alle, die das Besondere lieben, immer wieder einen Besuch wert macht.
Heimliche Liebe
Eine heimliche Liebe verbindet Frank Fischer übrigens mit winterharten Fuchsien (unter anderem Fuchsia magellanica-Sorten), von denen er inzwischen eine beachtliche Sammlung aufgebaut hat. Bei uns in der Regio überstehen diese Pflanzen ausgepflanzt im Garten die hiesigen Wintertemperaturen, können aber auch als mehrjährige Kübelpflanzen kultiviert werden.
Ach ja, und dann sind da noch die Chilis. Alljährlich gibt’s nach wie vor in der Gärtnerei zahlreiche Sorten von mild-fruchtig bis höllisch scharf. Auf Anfrage bietet Frank Fischer zudem Gartenführungen und Vorträge an, um sein Wissen zu teilen.

In farblich abgestimmten Rabatten gesellen sich auch Stauden und Einjährige zu den Salbeipflanzen.
Info
Frank’s Salvias
Im Fuchsloch 1
79224 Umkirch
Tel.: 0176/98289982
www.franks-salvias.de
Öffnungszeiten:
Do. und Fr. 9 –18 Uhr, Sa. 9 –16 Uhr








