Cashewsan statt Parmesan – Eine Woche vegan: chilli-Autorin Ida macht den Selbsttest Gesellschaft | 24.04.2026 | Ida von Dreden
Testet Neues: Ida von Dreden entdeckt im Supermarkt viel Veganes.
„Mit normaler Milch, bitte“, so bestellt Ida von Dreden meistens ihren Kaffee. Eine Woche lang soll sich das ändern: Die Freiburger Studentin testet vegane Ernährung. Also: Verzicht auf jegliche tierische Produkte. Keine Eier, keine klassische Sahne oder Milch, kein Fleisch und natürlich – hier wird es schwierig – kein Käse.
Tag 1: Erste Erfahrungen als Veganerin
Mein erstes Frühstück findet im Zug auf dem Weg nach Freiburg statt. Am Bahnhof habe ich mir ein Stück veganes Bananenbrot gekauft, das jetzt den ersten Hunger überbrücken muss. Eine willkommene Abwechslung zur Butterbrezel. Es geht unproblematisch weiter: Die Mensa auf der Rempartstraße bietet jeden Tag ein pflanzenbasiertes Essen an und heute habe ich Glück: Es gibt die Sojabolognese, die ich sowieso gegessen hätte. Statt Parmesan wird hier als Topping der sogenannte „Cashewsan“ angeboten, der aus Cashew-Nüssen besteht und ein Ersatz ist, den ich auch als Käseliebhaberin tolerieren kann.
Abends koche ich ein veganes Butter-Chicken. Statt Chicken gibt es Tofu, statt Sahne Kokosmilch und statt Butter verwende ich meine pflanzliche Alternative. Dazu esse ich Naan-Brot, das eh ohne tierische Bestandteile auskommt. Sowohl vom Aufwand als auch vom Geschmack her bin ich positiv überrascht. Hier braucht es keine Umstellung.
Tag 2: Kein Tiramisu
Mein Frühstücksmüsli esse ich heute mit Hafermilch, was auch gut schmeckt. Mittags geht es für mich nicht in die Mensa, weil ich das vegane Gericht nicht mag. Stattdessen esse ich zu Hause Vollkorntoast mit Hummus und Tomaten. Nachmittags passiert mir ein Missgeschick: Der Satz „Mit normaler Milch, bitte“ rutscht mir beim Bestellen im Café mit Freundinnen raus. Zum Glück kann ich mit meiner Freundin Anna tauschen, die einen Smoothie bestellt hat. Abends gehen wir zum Italiener. Hier gibt es mittlerweile eine vegane Alternative zum Mozzarella auf der Pizza. Schmeckt zwar ein bisschen anders, aber nicht unbedingt schlecht. Nur beim Nachtisch bin ich etwas traurig, weil es für mich heute kein Tiramisu gibt. Vielleicht kann ich ja zu Hause noch ein paar Walnüsse als Dessert essen.
Tag 3: Veganer Alltag
Am dritten Tag gibt es nochmal Müsli zum Frühstück. Mittags esse ich wieder Brot – dieses Mal mit Avocado und Tomaten. Als Snack gibt es Karotten mit Hummus oder Erdnussflips, die sind vegan. Zu Abend mache ich mir Flammkuchen mit Crème Vega statt Crème fraîche, veganen Schinkenwürfeln und Zwiebeln. Auch keine große Umstellung, weder in der Zubereitung noch beim Geschmack.
Tag 4: Reste und Honig-Alarm
Tatsächlich zählt Honig auch zu den tierischen Produkten. Das fällt mir glücklicherweise noch auf, bevor ich ihn morgens in meinen Ingwer-Tee gebe. Der Rest des Tages verläuft unspektakulär, weil ich mittags meine Flammkuchenreste esse und abends die Reste vom veganen Butter-Tofu, die ich am ersten Tag eingefroren habe. Generell fällt mir auf, dass zwar das Mensaangebot täglich vegane Optionen bietet, diese aber zumindest meinen Geschmack nicht immer ansprechen.
Tag 5: Mensa und Instagram-Rezept
Heute probiere ich es doch nochmal mit einem Mensabesuch. Es gibt Mangold-Spitzkohlcurry mit Reis, nicht unbedingt eine Geschmacksexplosion, aber ich werde satt. Abends probiere ich ein neues Rezept von Instagram: Udon-Nudeln (hier muss man beim Kauf darauf achten, dass man pflanzliche erwischt) in scharfer Curry-Suppe mit Pak-Choi. Das könnte ein Standardessen werden: Einfach zu kochen und passend, wenn man Lust auf Asiatisch hat. Generell gibt es auf Instagram auf Accounts wie „veganchallenge4u“ oder „fitgreenmind“ reichlich Inspiration für vegane Rezepte.
Tag 6 & 7: Endspurt
Zum Frühstück probiere ich am Wochenende etwas Neues aus. Es gibt Soja-Joghurt mit Grapefruit und Haferflocken. Mir schmeckt der Soja-Joghurt nicht so gut, da müsste ich eine andere Option finden. Bei der stetig wachsenden Auswahl wäre das aber bestimmt kein Problem. Außerdem teste ich, wie das ultimative Studentengericht – Nudeln mit Pesto – in vegan schmeckt. Meine Erkenntnis: überraschend gut.
Fazit meiner veganen Woche
Ich bin erstaunt, an wie vielen Punkten die Umstellung für mich kein Problem war. Es gab nur minimale geschmackliche Unterschiede. Außerdem ist vegane Ernährung nachhaltig, weil die Produktion tierischer Lebensmittel wesentlich mehr Treibhausgase verursacht als die von pflanzlichen.
Wer sich umstellt, muss das im Alltag mitdenken. Steht beim Essengehen Veganes auf der Speisekarte? Außerdem sollten Veganer·innen genügend Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren, Calcium und Zink zu sich zu nehmen. Nüsse, Hülsenfrüchte oder Nahrungsergänzungsmittel helfen weiter.
Die Finanzen: Das Essen der Woche hat etwa gleich viel gekostet wie sonst. Das passt also ins Studi-Budget.
Ich nehme mit, dass vegane Ernährung etwas Umgewöhnung braucht, aber umsetzbar ist. Auf das ein oder andere Tiramisu oder Käsebrot will ich nicht verzichten. Öfter mal zur Hafermilch oder zum veganen Pesto zu greifen, das kann ich mir gut vorstellen.
Foto: © Ida von Dreden









