Musik-Tipp: „Grounded“ von The Brothers STADTGEPLAUDER | 04.03.2020 | Liliane Herzberg
Mit „Let Them Drown“ steigen die Freiburger Brothers so rockig wie politisch in ihr neuntes Album „Grounded“ ein und machen sich stark für Seenotrettung, die kein Verbrechen sein darf.
Die (leiblichen) Brüder sind seit mehr als 40 Jahren musikalisch zusammen unterwegs, haben gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt, Europa bereist, Straßenmusik gemacht und schließlich große Locations gefüllt. Dem Album merkt man die vielen in schwitzigen Tourbussen, während langer Proben und früheren Soundchecks verbrachten Stunden an: „Grounded“. Weil sie mittlerweile geerdet sind, die Strapazen kennen, aber irgendwie angekommen sind, mit den Füßen auf dem Boden stehen und wissen, „The B-side is better than the A-side“ – manchmal ist das Erste nur das Zweitbeste.
Ihre musikalische Erfahrung dringt rockig aus den Boxen und führt nach dem schnelleren Einstieg mit melodiösen, manchmal disharmonischen Songs durch die Erfahrungswelt des Quartetts. Etwa die augenzwinkernde Hymne „Father’s Day“: „Today is father’s day, they say a very special day. I wash the dishes like every day.“ Oder „Things By Halves“, das davon erzählt, ganz zu lieben, auch wenn die Dinge sonst nur halb getan werden. Eine mitreißende, zuweilen aber etwas oberflächlich wirkende Platte, die mit mehr textlichem Tiefgang noch stärker geglänzt hätte.
The Brothers
Grounded
Rock









