„Steht in den Sternen“: Eimer sucht weiter – Pläne mit Crash wohl Geschichte Szene | 16.07.2026 | Till Neumann
Sucht eine Bleibe für den Eimer: Tobias Schmutz
Im März musste die Kneipe Eimer an der Belfortstraße schließen. Nach Unstimmigkeiten mit dem Vermieter steht Betreiber Tobias Schmutz nach mehr als 20 Jahren auf der Straße. Rettung versprach die Idee, im Crash unterzukommen. Doch das scheint nun unmöglich, das Crash steht vor dem Aus. Schmutz hofft auf mehr Rückhalt in der Stadt. Höchstens sechs Monate könne er so noch durchhalten.
„Wollte, dass wir zusammenarbeiten“
Wie es für den Eimer weitergeht? „Das steht in den Sternen“, sagt Tobias Schmutz. Er ist für das chilli-Interview ins Crash gekommen. Neben ihm sitzt dessen Betreiber Mario Held. Die beiden würden gerne gemeinsame Sachen machen. Die Idee sorgte nach einem chilli-Bericht im Mai für Furore. Beide sind subkulturell aktiv und im Viertel Im Grün zu Hause.
Wenige Wochen später ist die Hoffnung geschwunden. Das Crash soll Ende Juli wegen horrender Mietschulden die Fläche räumen. Auch für Schmutz wäre das bitter. „Ich wollte, dass wir zusammenarbeiten“, erklärt der 51-Jährige. „Für mich wäre ideal gewesen, im Erdgeschoss was zu kriegen.“ Doch das habe sich als schwierig herausgestellt. Den Backstagebereich benötigt das Crash selbst, das Drifters scheint nicht bereit, dafür Flächen bereitzustellen. Auf chilli-Anfrage war Betreiber Markus Kreidel nicht zu erreichen.

Wollten gemeinsame Sache machen: Mario Held vom Crash und Tobias Schmutz vom Eimer.
„Habe noch Hoffnung“
Im Crash-Untergeschoss ist der Eimer nicht denkbar. „Wir sind kein Club, wir sind eine Kneipe“, sagt Schmutz. „Von unseren Gästen will keiner in den Keller hocken – vor allem im Sommer.“ Er brauche Fenster, Licht, eine Freifläche. Lediglich für kleinere Events wie Karaoke oder Open Stage sei der Bereich unten mitnutzbar. Soll heißen: Selbst wenn das Crash die Kurve kriegt, wird’s logistisch tricky: „Wir wissen nicht so richtig, wie man das trennen sollte“, erklärt Held.
Weitere Optionen hat Schmutz derzeit nicht: „Ich habe mich auf das hier konzentriert.“ Auch den Gemeinderat habe er kontaktiert. Mit mäßigem Erfolg. „Es gibt halt keine wirkliche Zusammenarbeit“, sagt Schmutz. Auch von anderen kulturellen Akteur·innen ist er enttäuscht, nimmt Gegenwind wahr. Dennoch bleibt für ihn: „Ich habe immer noch Hoffnung, dass hier was läuft im Crash-Gebäude.“
„Viele warten darauf“
Dafür versucht er ein Treffen zu organisieren: „Ich will endlich mal alle an einen Tisch kriegen.“ Gemeint sind Gemeinderat, Bürgermeisteramt, Immobilienmanagement Freiburg sowie zwei, drei Gruppen aus der kulturellen Szene.
Sein Publikum sei weiter da: „Ganz viele warten darauf, dass wir wieder aufmachen“, sagt Schmutz. „Weil sie genau das suchen: die günstigen Preise, die Liebe, die entgegengebracht wird, dass Männer im Röckle rumlaufen können und Frauen nicht angegraben werden.“ Das zeichne das Crash aus und den Eimer. Daher sei dieser Ort auch ideal als Kulturstätte. „Oben Gastro, unten große Event-Location.“ Er habe weiterhin eine Warteliste von 400 Bands, die bei ihm auftreten wollen – ohne Gage.

Hier war mal der Eimer: Jetzt hat der einstige Vermieter dort selbst eine Kneipe aufgemacht.
Noch 6 Monate
Doch die Angst sei da, dass das Crash plattgemacht wird, ein Großinvestor übernimmt und Subkultur gestrichen wird. Schmutz sagt: Noch höchstens sechs Monate könne er den Standby durchhalten. Er zahle 700 Euro monatlich Krankenversicherung, 200 Euro Miete für ein Materiallager. Unterstützung vom Staat gebe es nicht.









