Buch-Tipp: Herzkammern – Inspirierende Notherberge 4Literatur & Kolumnen | 06.11.2025 | Erika Weisser
Herzkammern – welch schöner Titel für ein Buch, das einlädt zur Reise durch fünf Jahrhunderte und die REGIO. Darin werden 30 literarische Orte an Rhein und Kaiserstuhl, in Schwarzwald, Breisgau und Markgräflerland präsentiert – über teilweise weltbekannte Autorinnen und Autoren. Manche verbrachten fast ihr ganzes Leben dort, andere – etwa Peter Huchel – fanden für Jahre ihre „Notherberge“. Wieder andere hinterließen – wie Paul Celan – auf der Durchreise literarische Zeugnisse.
Heutige hiesige Literaten beschäftigen sich mit ihren Kollegen und Kolleginnen früherer Zeiten. Etwa Fatma Sagir, die Gustav Weils jüdischen Spuren durch Sulzburg folgt. Als erster Deutscher hat er 1841 die Erzählungen aus 1001 Nacht übersetzt. Und Iris Wolf widmet Marie-Luise Kaschnitz und ihrem Leben in Bollschweil einen einfühlenden Text. Kaschnitz’ „Beschreibung eines Dorfes“, in dem die weitgereiste Schriftstellerin ihren Hexentäler Wohnort zur „Herzkammer der Heimat“ macht, ist der Titel dieses inspirierenden Buchs entliehen.

Herzkammern
von Thomas Schmidt und Felix Schiller (Hg.)
Verlag: Herder, 2025
296 Seiten, gebunden
Preis: 25 Euro











