Erfinderische Kräuterküche – Hotel Schwarzwald-Resort Rößle Todtmoos-Strick Restaurants | 19.10.2026 | Marianne Ambs
Das Hotel Schwarzwald-Resort Rößle im kleinen Weiler Strick ist so vielseitig aufgestellt, wie die Familie Maier Ideen hat. Seit 1670 ist das Rößle in Familienhand: Vor knapp zwei Jahren haben Alexander und Narnia Maier die Leitung des Hauses übernommen. Die Küche ist das Reich von Alexander Maier. Sein Faible ist die kreative Kräuterküche.
„Ich hatte das Glück bei Douce Steiner zu lernen“, erzählt der Hausherr in der gemütlichen Sitzecke der Gaststube. Die Küche des mit zwei Michelin-Sternen dekorierten „Hirschen“ in Sulzburg habe ihn geprägt. Nach seiner Ausbildung kehrte Maier in den elterlichen Betrieb zurück. Die Finessen der gehobenen Küche wollte er sich auch dort bewahren. Ebenso die Kräuterküche von Steiners Ehemann Udo Weiler. Dieser hatte ihn während der Ausbildung auf Streifzüge in die Natur mitgenommen, um Wildkräuter zu sammeln.
Bei allen Zugeständnissen an die Wünsche der Gäste – „ohne ein Schnitzel geht es nicht“ – bleibt der Küchenchef seinem Konzept treu: Im „Rößle“ pflegt er eine naturnahe Schwarzwaldküche mit vorwiegend regionalen Zutaten. Keine Kompromisse macht er bei der Auswahl der Produkte: Maier schwärmt vom Gemüse und Obst aus dem nahen Markgräflerland, von der Qualität der Hinterwälder Rinder. „Jede Woche bekomme ich ein Weiderind vom Schätzlehof“, so Maier. Felix Schätzles Rinder stehen in traditioneller Schwarzwälder Weidehaltung von Anfang Mai bis zum ersten Schnee auf den Weiden rund um Präg. Schätzle hat den Hof von seinen Eltern übernommen und führt den Betrieb nach neuesten Tierwohlstandards.

Das Beste von der Bergsteigerkuh
Bei der Verwertung des Tieres vom Kopf bis zum Fuß ist Alexander Maier erfinderisch. Die besten Stücke der „Bergsteigerkuh“ kommen zum Beispiel als geschmorte Roulade auf den Tisch oder als Zweierlei vom Rind, Filet und Bäckchen, mit grünen Bohnen und Pommes Dauphine. Aus den Vorder- und Hinterläufen macht Maier „Osso Bucco“, die Innereien werden zu Leberknödeln verarbeitet oder kommen in ein feines Gulasch. Wildgerichte wie Rehrippchen oder Rehschulter aus heimischer Jagd, Schwarzwaldforellen und ein Bachsaibling stehen auf der Speisekarte – neben vegetarischen Gerichten, die den fleischlosen Genuss zum Vergnügen machen.
„Bei uns gibt es bewusst keine Käsespätzle“, so Maier. Dafür aber eine gegrillte Aubergine mit Hummus auf Rosinen-Paprika-Couscous mit Limetten-Schmand oder Pfifferlinge in Rahm mit Semmelknödeln, Heidelbeerragout und Brennnesseln. Der Tomaten-Frühlingslauch-Flammkuchen ist wegen seiner Beliebtheit zum Dauerbrenner geworden. Die Kräuterküche von Alexander Maier entfaltet sich auch bei einer Kartoffel-Gundermannsuppe mit Senfhaube oder bei Kartoffel-Löwenzahn-Nocken. „Unsere Gerichte verkörpern unsere Philosophie, wir haben auf der Karte nur Gerichte, hinter denen wir stehen“, erklärt der Küchenchef die vegetarische Vielfalt.
Von der Pferdewechselstation zum Hotel-Resort
Narnia und Alexander Maier sind zudem Naturpark-Wirte im Naturpark Südschwarzwald und auch deshalb mit der Landschaft, ihrer Kultur und Tradition eng verbunden. Wie schon die Generationen der Familie zuvor, die seit 1670 in Strick Gäste bewirteten. Der kleine Ortsteil von Todtmoos heißt so, weil in früherer Zeit die Pferdegespanne von Ochsen mit einem Strick die steile Straße hochgezogen wurden. Die Geschichte des „Rößle“ beginnt vor mehr als 300 Jahren mit einem Gasthof und einer Pferdewechselstation an der alten Passstraße zum Hochkopf und weiter ins Wiesental.
Als Thomas Maier mit seiner Frau Astrid 1993 die Leitung des Rößle übernahm, begann eine neue Zeitrechnung. Die Eltern von Alexander Maier machten aus dem ländlich geprägten Schwarzwaldgasthof ein Hotel- und Wellness-Resort mit Gästen aus aller Welt. Ein Schwimmbad, Saunen und Wellnessräume wurden entwickelt. Die Corona-Zeit wurde genutzt, um ein Schwarzwalddorf mit aus eigenem Holz gefertigten Chalets zu bauen. 2023 wurde das Gästehaus, der „Gutshof“, um einen großzügigen Eingangsbereich mit Bücherwand und Lesesesseln sowie um einen Aufzug erweitert. Fast das gesamte Hotel-Resort ist nun barrierefrei erschlossen.

Alexander und Narnia Maier führen seit Anfang 2025 in 10. Generation die Tradition fort und wollen das Rößle-Ensemble mit neuen Ideen weiterentwickeln. Deshalb bietet das Vier-Sterne-Wellnesshotel auch Tagungsräume, Selbstbedienungsbars, ein ökologisches Holzhaus mit Cocktailautomat und einen gemütlichen Pavillon für romantische Stunden zu zweit. Neu ist auch der Event-Bereich, den die Maiers mit verschiedenen Formaten beleben wollen. Nach einer Bilderausstellung wird hier ab November ein Pop-up-Restaurant für genussvolle Fondueabende einziehen.

Mit Fondue-Abenden wird der Eventbereich belebt.

Besonders stolz ist das Team um Alexander Maier auf die Vielfalt am Frühstücksbuffet.
Um die Saison von Obst und Gemüse zu verlängern, ist das Küchenteam um Alexander Maier kreativ. Marmelade, Mus, Apfelschorle und Pfirsicheistee aus eigener Herstellung werden nicht nur zum Frühstück oder zum Essen im Restaurant serviert. Die Produkte, für die Maier überschüssiges Obst von seinen Lieferanten aus dem Markgräflerland verwertet, können im Shop des „Rößle“ gekauft und mit nach Hause genommen werden. Nach alter Tradition werden Marmeladen aus Beeren, Früchten und Obst eingekocht, Kirschen und Pfirsiche werden eingelegt, Äpfel und Quitten zu Gelee verkocht.
Wintervorrat auf dem Dachboden
Besonders stolz sind die Maiers auf ihr Frühstücksbuffet, das auch externen Gästen offensteht. „Mit zwölf verschiedenen Sorten selbst gemachter Marmelade.“ Das Eis im Rößle ist hausgemacht und „wir können das ganze Jahr über Heiße Himbeeren mit Vanilleeis oder Blaubeerkuchen servieren“, freuen sich Alexander und Narnia Maier über die intensive Vorratshaltung, mit der sie die Frische regionaler Produkte auch in den Herbst- und Wintermonaten bewahren. Auch die Kräuter, die im Frühling und Sommer rund ums Haus wachsen, hängen für die Winterküche zum Trocknen auf dem Dachboden.
Info
Hotel Schwarzwald-Resort Rößle
Familie Maier
Kapellenweg 2
79682 Todtmoos-Strick
Tel.: 07674/90 66 – 0
Öffnungszeiten: Täglich geöffnet
Frühstücksbuffet 7–11 Uhr
Tageskarte 12–20 Uhr, Kaffee und hausgemachte Kuchen 11–20 Uhr
Abendkarte 17–20 Uhr
Rezept des Monats
Vom Hotel Schwarzwald-Resort Rößle Todtmoos-Strick

Wildravioli, Preiselbeeren & karamellisierter Klee
Für die Kleeblüten
150 g Kleeblüten
30 g Zucker
Butter
Weißwein
Für die Wildravioli
400 g Rehfleisch (Gulasch aus der Keule)
50 g Putenfleisch
etwas Preiselbeermarmelade
Salz, Pfeffer, Wacholder
150 ml Sahne, gut gekühlt
Butter zum Braten
etwas Salbei
Für den Nudelteig
300 g Mehl 405
100 g Hartweizengrieß
5 g Salz
4 Eier
Für die Preiselbeer-Coulis
400 g Preiselbeermarmelade
100 ml Brühe
100 ml Rotwein
Dies Rezept beginnt mitten auf der Wiese! Hier kann man bis in den Herbst hinein violette und weiße Kleeblüten finden. Davon 150 Gramm sammeln und waschen. In eine Pfanne mit Zucker geben und mit etwas Butter und Weißwein ablöschen.
Für die Wildravioli das Reh- und Putenfleisch in Stücke schneiden, dann in einer vorgekühlten Moulinette oder mit einem Mixer fein zerkleinern. Ein Löffel Preiselbeermarmelade, Salz, Pfeffer und etwas Wacholder dazugeben. Weitermixen und vorsichtig aber zügig die gut gekühlte Sahne zur Mischung geben. Das richtige Tempo ist hier entscheidend: Braucht man zu lange, wird die Masse warm und die Zutaten scheiden sich voneinander ab.
Für den Nudelteig die Zutaten in einer Küchenmaschine vermengen. Mit etwas Wasser oder Mehl die Konsistenz anpassen. Der Teig sollte fest und etwas dehnbar sein. Dünn ausrollen und mit einem Dressiersack die gut durchgekühlte Füllung in einzelnen Tupfen à 20 g auf die Teigfläche spritzen. Anschließend eine weitere Teigfläche gleicher Größe ausrollen, die untere mit etwas Wasser bestreichen und die andere darauflegen. Obere Teigplatte andrücken und (wichtig!) überschüssige Luft herausdrücken. Gleichgroße Ravioli ausstechen oder ausschneiden.
Die Ravioli 5 Minuten in Salzwasser kochen und in einer Pfanne mit erwärmter Butter und Salbei durchschwenken. Die Preiselbeermarmelade mit Brühe und Rotwein mixen, so dass eine sirupartige Konsistenz entsteht.
Die Ravioli in einen vorgewärmten, tiefen Teller geben, mit Kleeblüten und der Coulis dekorieren.









