Dürrschnabel mit viel Tempo – KI hält Einzug in Traditionsbetrieb Bauen & Wohnen | 17.09.2026 | Lars Bargmann
Gruppenbild mit Dame (v.l.): Stefan Schäfer, Martin Osner, MdB Yannick Bury, Teningens
Bürgermeister Berthold Schuler, Stefan Gerwig, Reinhold Kopfmann, Carmen Kopfmann-
Gerwig (alle vom Bauherrn) und Sparkassen-Vorstand Bernd Rigl beim Spatenstich.
Anfang August feierte die Kopfmann Elektrotechnik GmbH mit zahlreichen Gästen den Spatenstich für einen knapp 500 Quadratmeter großen Anbau ans Firmengelände. Mit dabei auch Stefan Schäfer, Gründer und Geschäftsführer der Dürrschnabel Industriebau GmbH. Und der sagt zur Redaktion: „Ende des Jahres sind wir hier fertig.“
Auf die Frage, ob sich der Journalist – nicht nur wegen der anstehenden Bauvorhaben – verhört hat, erzählt Schäfer, dass er in Köndringen nur die Hülle bauen muss, den Innenausbau verantwortet Firmenchef Reinhold Kopfmann selber. Aber schnell sein, das können die Emmendinger. In weniger als 12 Monaten bauen sie für den Fahrradhändler Hotbike eine 1000 Quadratmeter große Halle mit 200 Quadratmeter Mezzanine, haben die Architektur entworfen, den Bauantrag gestellt und übergeben noch Ende 2026 die Schlüssel. Die Planungsabteilung hat parallel zudem einen Bauantrag für ein großes Bauvorhaben in Kenzingen gefertigt und eingereicht.
Am Ochsen in Zähringen spielen Stefan Schäfer und sein Sohn Christopher die Wohnungsbauexpertise aus und bauen direkt an das denkmalgeschützte Ensemble für rund vier Millionen Euro ein Wohnhaus mit acht Einheiten. „Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Schäfer, der den Neubau im kommenden Frühjahr an die Eigentümer übergeben möchte.
Für die Wohnbau Baden AG wird die Dürrschnabel noch im Oktober mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses mit zehn Einheiten in Bad Krozingen loslegen. Für die Forst Schmieder GmbH arbeitet das Team derzeit an der Planung eines weiteren Firmensitzes. Und in Achern warten Schäfer und sein Auftraggeber, die Schleith-Gruppe, schon länger auf einen Bebauungsplan, damit Schäfer den Bauantrag einreichen kann. Zuweilen baut der Generalunternehmer die Gebäude schneller als sie genehmigt sind.
Von einem Bau-Turbo „merken wir gar nichts“, erzählt der Diplom-Ingenieur. Die Bundesregierung hatte im Oktober 2025 ein Gesetz erlassen, wonach Gemeinden innerhalb von drei Monaten einen Bauantrag entscheiden müssen. Tun sie es nicht innerhalb dieser Frist, gilt der Bauantrag automatisch als genehmigt.
Schäfer kennt einen Fall aus Freiburg, wo die Genehmigungsbehörde einen Tag vor Ablauf der Frist beim Bauherren anrief und sagte, entweder der Bauherr verzichte auf die sogenannte Genehmigungsfiktion – oder die Behörde werde den Bauantrag ablehnen. So stellt man einen Turbo auf dem Standstreifen ab.
Auch die so oft formulierte Vereinfachung des Bauens, die Landesregierung hatte dafür auch die Landesbauordnung novelliert, sei auf dem Bauplatz noch nicht zu merken.
Mehr als 300.000 Quadratmeter hat die Dürrschnabel Industriebau seit der Gründung 1995 in Südbaden erstellt. 1995 spielte die Künstliche Intelligenz im Unternehmen eine etwa so große Rolle wie die Farbe eines Blumenbouquets am Empfang. Heute aber kümmert sich Christopher Schäfer intensiv um die zahlreichen Möglichkeiten von KI. Das fängt beim sekundenschnellen Finden von bestimmten E-Mails an und hört bei der Planung von Gebäuden nicht auf.
Foto: © WZO – Emmendinger Tor









