Im Nordwesten nichts Neues – Aber 450 Wohnungen im Osten von Zähringen Bauen & Wohnen | 18.09.2026 | Lars Bargmann
Auf dem Parkplatz zwischen Edeka-Markt
und Mömax muss noch jemand den Wagen
anschieben. Auf der anderen Straßenseite steht
der Rahmenplan für die künftige Bebauung.
Während die Entwicklung des rund 100.000 Quadratmeter großen Areals mit Mömax und Edeka Kohler westlich der Gundelfinger Straße weiter stockt, geht es auf der anderen Straßenseite voran: Anfang 2027 soll der Bebauungsplan für bis zu 450 Wohnungen in die Offenlage gehen. Anders als im Westen, gehören im Osten rund 80 Prozent der Flächen dem Freiburger Rathaus. Tendenz steigend.
1000 neue Wohnungen in einem lebendigen Quartier, das plant der Projektentwickler BO.L in Zähringen. So steht es zumindest in einer Pressemitteilung – vom 21. Juli 2022. „Wenn jetzt zeitnah die richtigen Entscheidungen mit dem Ziel einer Baugenehmigung getroffen werden, könnten hier bereits im Jahr 2026 die ersten Bewohner:innen einziehen“, ließ sich Julian Siering von der BO.L zitieren.

Fakt ist, dass es bis heute zu einem städtebaulichen Entwurf kam, der aktuell im Freiburger Rathaus liegt. Dort hat das Team um Baubürgermeister Martin Haag das ursprünglich gemeinsame Stadtentwicklungskonzept Zähringen Nord inzwischen in Ost und West geteilt. Weil die westlichen Flächen „aufgrund der Eigentumsverhältnisse und des Sicherheitsabstands zu einem Störfallbetrieb (TDK Micronas, d. Red.) komplexere Herausforderungen in der Entwicklung mit sich bringen“, heißt es in einer Drucksache für den Gemeinderat.
Die BO.L Projektentwicklung GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Blueorange Development Partner GmbH und der Lüder Unternehmensgruppe GmbH aus Hildesheim. Die Blueorange wiederum ist eine hundertprozentige Tochter der Volksbank Braunschweig Wolfsburg (BraWo). Und die ist – aktuell im Visier der Staatsanwaltschaft in Braunschweig.
Wegen des Verdachts der Untreue im Umfeld der Bank, die über eine Holding an Hunderten Unternehmen beteiligt sein soll. Auch an insolventen. Noch bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatte die angeschlagene Genossenschaftsbank keine Bilanz fürs vergangene Jahr veröffentlichen können. Unter anderem wohl, weil viele Immobilien deutlich zu hoch bewertet sein könnten. Das Handelsblatt schrieb, dass die Bank viele Millionen aus einem Stützungsfonds braucht. Ob diese gelinde formuliert kuriosen Vorgänge aufs Freiburger Projekt ausstrahlen? „Angesichts der laufenden Entwicklungen ist hierzu derzeit keine belastbare Einschätzung möglich“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. (zwei Wochen nach Erscheinen der Geschichte im Print war in mehreren Medien zu lesen, dass die Volksbank BraWo mehr als 600 Millionen an Wertberichtigungen ausweisen muss).
Im Freiburger Rathaus liege aber aktuell ein angepasster städtebaulicher Entwurf. Und es sei vorgesehen, diesen nach Rücksprache mit der Stadt nach der Sommerpause im Bauausschuss zu präsentieren. Das Baudezernat, teilt Rathaussprecherin Martina Schickle mit, habe der BO.L einen „ersten Teilbebauungsplan in Aussicht gestellt“. Ziel sei, dass das Gesamtkonzept im Norden sukzessive umgesetzt werden könne, „ohne dass wir uns durch den ersten Teilbebauungsplan im wahrsten Sinne des Wortes etwas verbauen“.
Foto: © bar
Visualisierung: © Stadt Freiburg i.Br., Amt für Wohnraumentwicklung und Vermessung









