Der Jobmotor aus Kirchzarten – Maler Steiert ausgezeichnet business im Breisgau | 19.11.2025 | Lars Bargmann

Haben Grund zur Freude: Dennis Vonderstraß (l.) und Philipp Steiert (r.) mit Thorsten Uhlig Haben Grund zur Freude: Dennis Vonderstraß (l.) und Philipp Steiert (r.) mit Thorsten Uhlig

Die Maler Steiert GmbH hat den Award „Top Gründer im Handwerk 2025“ gewonnen. Rund 50 Gründer und Nachfolger aus allen handwerklichen Gewerken hatten ihre Hüte in den Ring geworfen. Einer von drei  Titeln ging nach Südbaden, nach Kirchzarten, wo Dennis Vonderstraß (31) und Philipp Steiert (30) den Traditionsbetrieb seit 2022 in die Zukunft führen. Mit mittlerweile 80 Beschäftigten vor drei Jahren waren es noch keine 10 setzte das ausgezeichnete Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als sechs Millionen Euro um.

Am 22. Juli gegen 14 Uhr klingelte das Handy von Vonderstraß. Am Apparat: Patrick Neumann, Chefredakteur von handwerk magazin. Der sagte: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Preis Top Gründer im Handwerk gewonnen. Vonderstraß hatte die Teilnahme an dem Wettbewerb, den das Magazin zusammen mit der Signal Iduna Gruppe und Lexware auslobt, schon fast wieder vergessen. Und dachte: „Wie geil ist das denn?“

Als er seinem Geschäftsführerkollegen Philipp Steiert die freudige Nachricht durchs Büro zurief, wendete der sich nur ab und telefonierte einfach weiter. „Ich habe nur gedacht, was will er mir jetzt von so einem komischen Preis erzählen“, sagt Steiert im Gespräch mit der biB-Redaktion. Heute denkt er anders.

Die Idee, überhaupt beim Wettbewerb mitzumachen, hatte Vonderstraß’ Freundin. Eine Menge Unterlagen musste Dennis Vonderstraß zusammensuchen: Bilanzen, BWAs, Beschäftigtenzahlen. Anfang April gab er sie in die Post. Und hörte dann bis zu jenem 22. Juli nichts mehr.

Am 22. September stand das Malermeister-Duo dann auf der großen Bühne in der Dortmunder Zeche und lauschte durchaus bewegt der Laudatio von Signal-Iduna-CEO Torsten Uhlig. Neben den 7000 Euro Preisgeld gibt es seither vor allem viel Anerkennung. In Gesprächen mit Herstellern, mit Stammkunden, aber auch mit neuen, die auf den Traditionsbetrieb in dritter Generation nun aufmerksam wurden. „Wir bekommen seither extrem viele Ausschreibungen zugeschickt, das alles ist schon beeindruckend“, so Vonderstraß. Nicht zuletzt der Kirchzartener Bürgermeister Darius Reutter zählt zu den Gratulanten.

Steiert und Vonderstraß haben den Betrieb von Holger Vonderstraß gekauft, der ihn von seinem Vater Wolfgang übernommen hatte. Und dann – nach der Umfirmierung in eine GmbH – in Windeseile das Geschäftsfeld um die Bereiche Stuckateur und Gerüstbau erweitert, viel in die Digitalisierung und das Marketing investiert. Gleich geblieben ist derweil das familiäre Umfeld. „Wir sind ganz normale Leute, begegnen unseren Mitarbeitern freundlich, wertschätzend, respektvoll. Wir sind keine alten Meister, die noch den rauen Ton auf der Baustelle gewohnt sind“, erzählt Vonderstraß.

Der Teamspirit zählt. Allein in den vergangenen drei Monaten sind weitere 15 neue Beschäftigte hinzugekommen. Sechs Azubis lernen derzeit von der Pike auf das Handwerk als Maler oder Stuckateur.

„Die innovativen Lösungen der Preisträger zeigen, dass eine Übernahme oder Nachfolge auch ein vielversprechender Weg sein kann, die eigene unternehmerische Vision zu verwirklichen“, sagte Patrick Neumann bei der Preisverleihung. Das tun Steiert und Vonderstraß. Die Auftragsbücher sind bis ins Frühjahr prall gefüllt. Auch in diesem Jahr wird die Steiert GmbH einen neuen Umsatzrekord erreichen. 

Foto: © Markus J. Feger „handwerk magazin“