Baustein für Lücken in der Finanzierung – SBG schraubt Beteiligungs- volumen auf 48 Millionen Politik & Wirtschaft | 23.03.2026 | Lars Bargmann
Meistern den Spagat zwischen Routiniers und jungen Wilden: Nicolai Gerig und Thorsten Sillmann.
Die Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Freiburg (SBG) hat im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro in sechs neue Firmenbeteiligungen investiert. Damit wächst das Beteiligungsvolumen auf nun 48 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern fuhr das Team um Geschäftsführer Nicolai Gerig ein Ergebnis in Höhe von 1,4 Millionen Euro ein.
„Das war ein sehr solides Jahr mit einem guten Neugeschäft“, so Gerig. Allerdings auch eines, in dem zwei Insolvenzen den Gewinn – nach Steuern und Zinsen – in Höhe von 430.000 Euro alles andere als positiv beeinflussten. Drei der sechs neuen Beteiligungen sind quasi Stammkunden der SBG, drei neue Unternehmen waren aus den Branchen Solar und Mobilität an die Freiburger erfolgreich herangetreten.
Es gibt aber auch Anfragen, die entweder grundsätzlich nicht in die Firmenphilosophie passen oder bei denen Gerig und der neue Prokurist Thorsten Sillmann das Risiko-Chancen-Verhältnis nicht positiv genug bewerten. Etwa 25 Anfragen nach Risiko-Kapital, denn das ist es, was die SBG aufs Tapet legt, gibt es jedes Jahr. Es geht um Nachfolge- und Wachstumsfinanzierungen oder Frühphasen-Kapital für Start-ups.
Es geht also auf der einen Seite um routinierte Unternehmer, die sich aus dem Arbeitsleben perspektivisch verabschieden wollen, und auf der anderen um junge Wilde, die den Start in ein eigenverantwortetes Arbeitsleben wagen wollen. „Die Mischung macht’s“, sagt Gerig. Auch fürs Team sei der Spagat zwischen erfahrenen Kaufleuten und jungen Innovatoren gut. Bei den Start-ups, wo selten schon wirtschaftlich aussagekräftige Bilanzen vorliegen, müssen Gerig und Sillmann auch mal auf ihren Bauch hören: Sitzt da jemand vor ihnen, dem Erfolg wichtiger ist als eine Viertagewoche? Für den Work-Life kein Gegensatzpaar ist? Start-ups sind ein wachsender Markt.
Und so vernetzt sich die SBG immer weiter in der Szene, ist mittlerweile Partner vom BadenCampus, vom Käpsele-Festival oder auch vom neu gegründeten Freiburg Entrepreneurship Institut. Meistens arbeitet sie bei ihren Engagements mit der Mutter, der Freiburger Sparkasse, zusammen. Dort werden die großen Kreditlinien gezogen, dort werden aber auch Eigenkapitalanforderungen an die Kreditnehmer gestellt, die sie durch Beteiligungskapital leichter – oder überhaupt erst – erfüllen können.
Und wenn die SBG mal an Bord ist, alles geprüft hat, dann fällt es den Jung-Unternehmern auch leichter, am Markt standfest aufzutreten. Und, so betont Gerig, „wir arbeiten eng mit den Kollegen von der Sparkasse zusammen, was wir also anbieten, kommt aus einer Hand. Das bietet auch Sicherheit, für beide Seiten.“
Da die vielzitierten Boomer auch als Arbeitgeber peu à peu ins Rentenalter kommen, wächst das Thema Nachfolge stetig. Die meisten Gespräche, erzählt Sillmann, werden aktuell darüber geführt, in welche Hände – sei es in der Familie oder extern – Unternehmer ihre Firmen geben. Tendenz weiter steigend. „Wenn wir einen Baustein bei der Finanzierung einer Nachfolge setzen können, damit das Unternehmen weitergeführt werden kann, weiter Umsätze erwirtschaftet, weiter Lohntüten füllt, dann freut man sich auch darüber“, so Gerig. Insgesamt hält die SBG aktuell 56 Beteiligungen an 41 Unternehmen. Alle in der Region.









