EMI kauft vier Fußballfelder in Freiburg – FWI erneut mit Erfolgsmeldung auf dem Cerdia-Areal Politik & Wirtschaft | 18.03.2026 | Lars Bargmann

Raumbedarf gesprengt: Stammsitz des EMI in Freiburg Raumbedarf gesprengt: Stammsitz des EMI in Freiburg

Es ist der nächste Erfolg für die Freiburg S-Wirtschaftsimmobilien GmbH (FWI) auf dem ehemaligen Cerdia-Areal an der Hermann-Mitsch-Straße: Die gemeinsame Tochter der Freiburger Sparkasse und der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) hat ein 28.000 Quadratmeter großes Grundstück an das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, das Ernst-Mach-Institut (EMI), verkauft.

Das EMI plant dort den Bau eines Kurzzeitdynamische-­Technologien-Centers (KTC) mit Laboren und Arbeitsräumen. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben. Der Bodenrichtwert liegt bei 200 Euro. Wenn es dafür verkauft wurde, kostete es 5,6 Millionen Euro. Das Grundstück wird mit Mitteln des Bundesverteidigungsministeriums finanziert.

„Der Neubau des KTC durch das EMI ist eine bedeutende Entwicklung für Freiburg als attraktiver Standort für Forschung und Entwicklung“, kommentiert Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn. Das Institut ist in der militärischen und zivilen Sicherheitsforschung tätig und in seinen Bestandsgebäuden in Freiburg „räumlich und baustatisch an Grenzen gestoßen“, so Institutsleiter Stefan Hiermaier. „Im Sinne der Zukunftsfähigkeit des Instituts besteht dringender Bedarf, die jetzt benötigte, moderne Forschungsinfrastruktur in geeigneten Räumen unterzubringen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der bislang nur grob geplante Neubau ermöglicht den Wissenschaftlern, nicht nur weiterhin Spitzenforschung in Freiburg zu betreiben, sondern sie auch auszubauen.

Stephan Schoeller, der die Geschäfte der FWI zusammen mit Nicole Farrelly führt, hat den Verkauf begleitet. Für ihn ist die erfolgreiche Ansiedlung „ein zentraler Meilenstein für die Entwicklung des Areal Nord. Sie bestätigt unseren Anspruch, den neuen Life-Science-Standort im Green Industry Park Freiburg mit hoher Qualität und klarer Zukunftsorientierung zu gestalten.“ In den offiziellen Verlautbarungen wird vonseiten der Stadt und „angeschlossener Gewerke“ nicht mehr vom Industriegebiet Nord gesprochen. Ob „Areal Nord“ nun ein trefflichere Bezeichnung ist, sei dahingestellt.

Den Job aber, die Ende 2023, Anfang 2024 erworbenen insgesamt 21,5 Hektar am Rande des Cerdia-Areals hochwertig zu vermarkten, den macht die FWI trefflich. Drei Hektar hatte sie an die Intuitive Surgical Optics GmbH verkauft, die dort deutlich über 60 Millionen Euro in einen neuen Campus investiert. Zwei Hektar samt einer großen Halle verkaufte sie an die Reuter Chemische Apparatebau. Ende vergangenen Jahres der nächste Meilenstein: Auch der Messtechnik- und Automationsspezialist Endress+Hauser kauft zwei Hektar für den Bau eines neuen Unternehmenscampus. Nun gehen 2,8 Hektar oder vier Fußballfelder ans EMI.

„Mit dem Neubau des KTC entsteht in der Wissenschaftsstadt Freiburg ein weiterer kraftvoller Brückenschlag zwischen Spitzenforschung und ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten“, sagt FWTM-Geschäftsführer und FWI-Aufsichtsrat Jens Mohrmann. Die Fraun­hofer-Gesellschaft betreibt in Freiburg fünf Institute, in denen rund 2700 Menschen arbeiten. Damit ist das vergleichsweise kleine Freiburg einer der größten Fraunhofer-Standorte in Deutschland.

Das EMI wurde 1959 als Spin-off aus dem drei Jahre zuvor gegründeten Institut für angewandte Physik an der Uni Freiburg gegründet. Hauptsitz ist – noch – das Gebäude an der Ernst-Zermelo-Straße im Stadtteil Herdern.

Foto: © EMI