IHK-Team packt die Umzugskoffer – Sanierung des Freiburger Stammsitzes Ende Juni fertig business im Breisgau | 21.05.2026 | Lars Bargmann
IHK-Stammsitz in Freiburg:
Nach viereinhalb Jahren Umbau kann
die Kammer Ende Juni zurückziehen.
Die Sanierung der Hauptgeschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK) an der Schnewlinstraße trudelt nach vier Verlängerungen und einem noch laufenden epischen Elfmeterschießen nun dem Schlusspfiff entgegen. Viereinhalb Jahre – statt zwei – hat sie gedauert. Und am Ende mehr als 24 Millionen Euro gekostet.
IHK-Chef Dieter Salomon will mit seiner Mannschaft am 26. Juni von der Interimslösung im Hochhaus Ecke Bismarckallee und Friedrichring an den eigenen Stammsitz zurückziehen. Der Mietvertrag ist zum 30. Juni gekündigt.
Die Federführung beim Umbau und dem eingeschossigen Neubau im Innenhof hatte die Vollack-Gruppe aus Karlsruhe. Deren Tochter Vollack archiTec GmbH glänzt aber wohl eher im Neubau als im Umbau von Bestandsimmobilien. Ende 2023 sollte das IHK-Gebäudeensemble mal bezugsfertig sein. Doch je tiefer die Architekten in die Substanz schauten, je mehr klar wurde, dass der Erhalt von Bauteilen nicht funktioniert – unter anderem mussten 182 neue Fenster und Jalousien eingebaut werden, weil es für die alten keine Ersatzteile mehr gab –, umso größer wurde der Aufwand.
Die IHK schaltete zwischenzeitlich den Projektsteuerer Drees & Sommer ein und holte sich auch eine Anwaltskanzlei an Bord. Am Ende „haben wir aber auch Lehrgeld bezahlt“, räumt Salomon im Gespräch mit der Redaktion ein. Im August 2024 hatte der Hauptgeschäftsführer dem chilli gesagt: „Wir können wirklich nicht sagen, dass wir mit dem Ablauf zufrieden sind. Aus unserer Sicht ist viel zu wenig Druck auf der Baustelle.“ Einen wirkungsvollen juristischen Hebel hat die IHK aber nicht in der Hand.
Trotz der Baukostenexplosion kann die alles andere als klamme Kammer die Rechnungen weitestgehend aus Bordmitteln bezahlen. „Und wir müssen auch keine Mitgliedsbeiträge erhöhen“, so Salomon. Im April 2020 hatte die Kammer die Kosten auf 10 Millionen Euro taxiert, im Herbst 2021 war von 14 Millionen die Rede, im August 2024 ging man von 21 Millionen Euro aus. Nun sind es mehr als 24.
Vor nun viereinhalb Jahren, am 11. November 2021, war die Belegschaft ausgezogen. Weil es im Hochhaus zu wenig Platz gibt, musste ein gutes Dutzend Mitarbeiter in die IHK-Standorte nach Lahr und Offenburg umziehen. Andere wechselten ins Home-Office. Für die Akademie, die zwischenzeitlich als GmbH firmierte, aber wieder eingegliedert wurde, um Doppelstrukturen aufzulösen, hatte die IHK zudem zusätzliche Räume an mehreren Standorten angemietet. Die Weiterbildungen können nun im ebenerdigen neuen Saal angeboten werden.
Ein Gutes hat die extreme Verzögerung der Sanierung allerdings: Da sich auch der Bau des Fernwärmenetzes verzögert hatte, kann das IHK-Gebäude nun direkt mit umweltfreundlicherer Wärme versorgt werden.
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