490 Euro warm – FSB startet Vermarktung für Azubi-Wohnheim Stadtentwicklung | 25.07.2025 | Philip Thomas
Aus Bolzplatz wird Wohnheim:
89 Apartments für 145 Azubis entstehen an
der Wirthstraße in Freiburg-Landwasser.
Mangelnder Wohnraum ist die größte Sorge für Ausbildungsbetriebe am südlichen Oberrhein, so eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK). In Freiburg-Landwasser entsteht deshalb ein Azubi-Wohnheim mit 89 Apartments. Die Zimmer sind für Firmen mietbar und können von der Steuer abgesetzt werden.
„Freiburg ist neben all dem Positiven einfach unbezahlbar. Deshalb brauchen wir neuen Wohnraum“, sagte Rathauschef Martin Horn Anfang Juni vor Journalisten. Für Entspannung sorgen soll ein neues Wohnheim für Auszubildende. Ab Sommer 2026 werden – so der Plan – 145 Azubis in 89 möblierten Apartments an der Wirthstraße ein Zuhause finden. Ursprünglich befand sich auf der Fläche ein Bolzplatz.
Realisiert wird das sechsstöckige Projekt mit rund 20 Quadratmeter großen Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen
von der Freiburger Stadtbau GmbH. 19 Millionen Euro investiert die FSB laut dem Kaufmännischen Geschäftsführer Matthias Müller in das Heim.
Der Spatenstich ging vor knapp einem Jahr über die Bühne. Jetzt ist die Vermarktung gestartet. Das Konzept: Die FSB vermietet die Apartments an Azubis aus dem Raum Freiburg. Die Mietverträge schließt die FSB mit den Betrieben ab. Diese überlassen die Wohnungen für die Dauer ihrer Ausbildung dem Nachwuchs.
Diese zahlen nur zwei Drittel der Miete, der Betrieb überweist ein weiteres Drittel, das steuerlich abgesetzt werden kann. Ein Einzelzimmer an der Wirthstraße kostet für den Azubi pro Monat 490 Euro warm und 250 Euro für den Ausbildungsbetrieb. Für das geteilte Doppelzimmer zahlt der Azubi im Monat 430 Euro inklusive Nebenkosten, sein Betrieb 215 Euro. Voraussetzung ist die Volljährigkeit der Bewohner. Allzu viele Azubis dürfte das nicht ausschließen. Laut IHK liegt das Durchschnittsalter bei Ausbildungsbeginn mittlerweile bei 20,2 Jahren.
Mit im Boot sitzt neben der IHK die Handwerkskammer Freiburg (HWK) sowie die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM). IHK-Geschäftsführer Dieter Salomon sagt: „Der Bedarf an Wohnraum wird nicht kleiner.“ Laut einer IHK-Studie halten befragte Betriebe bezahlbaren Wohnraum für das größte Standortrisiko. HWK-Präsident Christof Burger sagt: „In den nächsten Jahren wird es noch viel schlimmer. Nur die FSB hält die Fahne hoch.“
FWTM-Chefin Hanna Böhme geht davon aus, dass die Plätze schnell weg sind. Auch Horn rechnet damit, dass die Nachfrage „sehr groß“ sein wird. Das Kontingent ist deswegen auf zehn Plätze pro Betrieb begrenzt.
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