Siedlungswerk baut 100 Prozent Sozialwohnungen – Vier Freiburger Projekte für 85 Millionen Euro Stadtentwicklung | 26.03.2025 | Lars Bargmann
Gute Lage mit Tram-
Anschluss: An der Ecke
Merzhauser und Wippertstraße
entstehen 30 Wohnungen.
Das Siedlungswerk hat beim – stark politisch gefärbten – Wettbewerb um Grundstücke im Freiburger Neubauviertel Kleineschholz eines gewonnen. Und baut darauf 26 Wohnungen. Alle sind öffentlich gefördert. „Damit sind wir die Einzigen, die dort 100 Prozent bringen“, sagt Markus Hogenmüller, der die Freiburger und auch die Rottweiler Geschäftsstelle des Siedlungswerk Stuttgart leitet. Zudem soll es im Sommer mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses an der Ecke Wippert- und Merzhauser Straße losgehen.
1850 Quadratmeter Wohnfläche in einem sechsgeschossigen Gebäude mit Holz an der Hütte, von der kompakten 1,5- bis zur geräumigen 5-Zimmer-Wohnung, Urban Gardening und ein Bienenhotel – das sind die Eckdaten der geplanten Bebauung im Kleineschholz. Das allein hätte die ambitionierten Ansprüche bei der Konzeptvergabe nicht erfüllen können, aber 100 Prozent geförderter Wohnungsbau – das war das Alleinstellungsmerkmal.
„Der öffentlich geförderte Mietwohnungsbau ist allein aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht darstellbar, wir machen das aus der Verpflichtung der Stadt Freiburg gegenüber“, sagt Hogenmüller bei einem Kaffee am Unternehmenssitz im Rieselfeld. Die hohen Baukosten und auch die hohen Grundstückspreise erlaubten einfach keine Mieten, die 33 Prozent unter den ortsüblichen Vergleichsmieten liegen.
Ohne die Zuschüsse der L-Bank brauche man da nicht einmal einen Taschenrechner zu bemühen. Die L-Bank muss sich immerhin beim Siedlungswerk nicht groß nach der Wirtschaftskraft erkundigen: Sie hält selber 25 Prozent am Unternehmen, 74,6 Prozent gehören dem Bistum Rottenburg-Stuttgart. Die Eigentümerstruktur ist auch der Grund, warum das Siedlungswerk als „gemeinwohlorientierter“ Akteur überhaupt beim Wettbewerb mitmachen durfte.
Während bei einem Freiburger Bauvorhaben noch der Bauantrag erarbeitet wird, soll es an der Wippertstraße, wo das Siedlungswerk mit dem Büro Böwer Eith Murken + Vogelsang einen Wettbewerb gewonnen hatte, im Sommer nun losgehen: 30 Wohnungen, je zur Hälfte gefördert und frei finanziert, auf 2120 Quadratmetern und eine Junikäfer-Kita mit 580 Quadratmetern sind geplant. Hier, so Hogenmüller, könne der geförderte Mietwohnungsbau durch den Verkauf von Eigentumswohnungen querfinanziert werden.
Zwei weitere Freiburger Projekte hat das Siedlungswerk soeben fertiggestellt: In Waltershofen beim „Wohnen am Alten Sportplatz“ wurden ebenfalls nach einem Sieg im Wettbewerb (mit K9 Architekten) 22 Eigentums- und 30 Mietwohnungen in neue Hände gegeben. In Opfingen beim „Wohnen bei der Kirche St.-Nikolaus“ sind es 16 Eigentums- und 19 Mietwohnungen, darunter elf Sozialwohnungen.
Bei den vier Freiburger Projekten hat oder wird das kirchlich geprägte Siedlungswerk insgesamt 85 Millionen Euro in die 143 Wohnungen investieren – und ist damit ein wichtiger Player im regionalen Wohnungsmarkt. Ob der sich auch im geplanten Stadtteil Dietenbach engagieren wird? Wenn es nach Hogenmüller geht, dann ist die politische Vorgabe von 50 Prozent sozialem Mietwohnungsbau dabei nicht förderlich.
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