Freiburgs Tracks des Jahres 2025 4Musik | 29.12.2025 | Anna Castro Kösel, Jannis Jäger, Till Neumann
Ausgezeichnet: Diese 12 Freiburger Acts haben die chilli-Redaktion mit ihren Releases überzeugt.
Freiburg, was geht? Einiges in Sachen Musik. Die chilli-Redaktion kürt zum siebten Mal die Tracks des Jahres. 12 Songs straight outta Freiburg, die der Redaktion besonders gut gefallen haben. Euer Tune nicht dabei? Postet ihn unter den Instagram-Beitrag zum Artikel.
Kloppen » Bring mich heim
Bei „Bring mich heim“ muss man unweigerlich mitschunkeln. Gleichzeitig nachdenklich und leicht kommt der Song daher. Kloppen singen mit einer samtigen Stimme über das Nichtankommen und Loslassenkönnen, untermalt von den Klängen einer melodischen E-Gitarre. Ein Song, der perfekt zu einer langen Autofahrt passt, vielleicht sogar Richtung zu Hause.
>> Anhören auf Bandcamp: „Bring mich heim“
Proberaum » Brüder
Melancholische, zarte Klänge und gleichzeitig ein Rhythmus, der nach vorne pusht: Das Musiker-Kollektiv Proberaum hat eine einfühlsame Ballade kreiert. Peezy, Louey und Jxsh beschreiben die innere Zerrissenheit, wenn man nicht so genau weiß, wohin mit sich und irgendwo zwischen Vertrautem und Neuem steckt. Ein melancholischer Song über das Lostsein und das, was wirklich zählt – auf eine Art, die sehr relatable ist. Zukünftig gibt’s die Crew übrigens nicht mehr. Die Musiker gehen getrennte Wege.
Bahar » Mama
Die ehemalige Monrose-Sängerin Bahar singt über die schwierige Kindheit ihrer Mutter als türkisches Gastarbeiterkind. Kein leichtes Thema. Aber der Song ist mitnichten eine traurige Ballade, sondern ein positiver Track mit Aufbruchstimmung. Vor allem der Refrain auf Deutsch und Türkisch ist ohrwurmtauglich. Ein Mutmacher über Dankbarkeit und Migration – Themen, die es nicht so oft in Popsongs schaffen.
Larissa Leaves » Salt hail
Der geheimnisvolle, schwungvolle Sound, den Larissa Leaves auf der Ukulele erzeugt, bringt einen ins Hier und Jetzt. Er verströmt Pep und Ruhe, Leichtigkeit, aber auch eine Tiefe und hat dadurch einen gewissen Zauber. „Salt Hail“ wirkt wie ein Sonnenstrahl, der es durch den wolkenverhangenen Himmel geschafft hat.
Between Owls » Big Smiles
Es ist wunderbar harmonischer Indie-Pop, den das Freiburger Quartett hier präsentiert. Der Song macht Lust, mit einem leichten Lächeln gemütlich auf der Autobahn zu cruisen und mit den Fingern sachte auf das Lenkrad zu trommeln. Die verträumte Melodie muss unwillkürlich irgendwie tanzend begleitet werden – erfüllt von einem beschwingten Gefühl, als wäre man gerade am Samstagmorgen aufgestanden, um Kaffee zu kochen.
Das Aus der Jugend » Mollis aus Champagnerflaschen
„Wenn sowieso alles im Arsch ist, warum fackeln wir’s nicht ab.“ Auch mit Blick weit über Freiburg hinaus ist „Mollis aus Champagnerflaschen“ ein absolutes Highlight in diesem Jahr. Der rhythmische Punk-Sound beschwingt und treibt an. Und ja, hier darf geschmunzelt werden. In der Spotify-Bio der Band steht: Es klingt wie Knutschen auf der Rückbank vom Polizeiauto. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Vince » In meinem Zimmer sieht es aus wie in meinem Kopf
Der gefühlvolle Rap von Vince ist erfüllt von einer stillen Traurigkeit, aber ohne zu verzweifeln. Es erinnert an New-Wave-Acts wie Makko und macht extrem Lust darauf, was uns da in Zukunft noch erwartet. Der runde Pop-Beat und die einfühlsamen Lyrics haben etwas Beruhigendes. Er bringt die Message unter die Leute: Entspannt euch, es ist alles nicht so schlimm. Und manchmal kann man daran nicht oft genug erinnert werden.
Tina Turnup » Intro
Die Freiburger Rapperin hat hier ordentlich geliefert. Der sphärisch sich ausbreitende Beat von „Intro“ ist extrem eindringlich. Wie in Trance rauscht die Stimme von Tina Turnup über ihr Publikum hinweg, voll Grazie und Sanftheit vor dem tosenden Klanggebäude, produziert von Young Frenchy. Egal ob heiter oder todtraurig, es gibt praktisch keine Stimmung, in der der Intro-Track von Tina Turnup nicht matcht.
Die Haiducken » Vo bist du gewesen vor Prohibition?
Aus der Reihe tanzen. Das tun die Haiducken aus Freiburg. Ihr Sound ist frech, wild und ausgelassen. Leadinstrument: Klarinette. So auch in „vo bist du gewesen vor prohibition?“ Wer hier stillstehen kann, bekommt einen Preis. Der Rest kann mit abgehen zu Klezmer- und Balkan-Tunes. Die Platte dazu heißt „Auf das Leben!“. Mal voller Sehnsucht, mal verträumt, mal ungezähmt wie ein bengalischer Tiger.
Sharp Harp » Sharp Harp
Sharp Harp. Das ist vertrackt-virtuose Beatmusik zum Kopfnicken. Zusammengefrickelt von den Freiburgern Sebastian Baf Scheipers und Konstantin König. „We might be wrong“ heißt ihr Album. Darauf ist auch der Song „Sharp Harp“. Ein treibender Tune, in dem Harfe und Posaune aufeinanderprallen. Musik zum Wegschweben oder Bouncen. Oder beides. Hier wird experimentiert und es brodelt bunt im Soundlabor.
A2X » Safee_V2
Der Freiburger Rapper A2X ist auf dem besten Weg, mit seinen Tracks weit über Freiburg hinauszukommen. Der Sound klingt fresh und swaggy. So auch die Single „safee_V2“. A2X 098 rollt laidback über einen düsteren Beat, mixt gekonnt Deutsch und Englisch, hat zudem keine Egoprobleme: „Ich bin der chosen One“. Starke Stimme, cooler Vibe. Und auch live absolut sehenswert – nicht nur wegen der Schlafmaske als Branding.
Max Beil » Freiburg
Heimatsongs sind dünnes Eis. Rap-Newcomer Max Beil hat sich draufgewagt. Mit einem New-Wave-Rap-Beat und Zeilen wie „wir sind auch öko, laufen barfuß durch die Straße“ hat er eine Freiburg-Hymne gedroppt, die ins Ohr geht. Die Eisdecke wackelt, vor allem wegen dem dicken Bass. Man kann den Song schräg finden. Oder aufdrehen und grinsen. Würde soundtechnisch auch auf eine Techno-Party passen.
Die Jury
Name: Till Neumann
Jobs: chilli-Redakteur und Musiker
Hört gerne: HipHop, Soul, Urbanes
Ist allergisch auf: Schlager und schlechte Texte
Name: Jannis Jäger
Jobs: chilli-Redakteur
Hört gerne: Post-Punk, Deutschrap, Nu-Metal, Alternative
Ist allergisch auf: Kitsch und Auto-Tune
Name: Anna Castro Kösel
Jobs: Studentin und chilli-Autorin
Hört gerne: R&B, House, Reggeaton, Deutsch-Rap und Pop
Ist allergisch auf:Schlager
Chronik
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Info: Das chilli-Magazin stellt monatlich neue Releases aus Freiburg vor. Wer neue Musik am Start hat, schickt gerne eine Mail mit Presseinfos an redaktion@chilli-freiburg.de.









